Aus Thurmairs Feder stammen 38 Texte im Gotteslob
Aus Thurmairs Feder stammen 38 Texte im Gotteslob

24.10.2013 - 09:20

Lieddichterin für das Gotteslob

Maria Luise Thurmair

Jeder, der schon einmal in einem Gottesdienst war, hat ihre Lieder gesungen. Die Dichterin Maria Luise Thurmair hat für das katholische Gesangbuch fast 40 Liedtexte geschrieben. Am 24. Oktober 2005 starb sie hochbetagt in München.

Wie hab ich diese dunkle Nacht

so lichterloh an dich gedacht

in meiner dumpfen Höhle.

Wie sandte ich die Sehnsucht aus

weit in die stumme Welt hinaus

mit meiner ganzen Seele.

 

Während des 2. Weltkrieges irgendwo in Russland, Georg Thurmair schreibt an Luise. Als Soldat weiß er nicht ob er diesen Feldzug überleben wird.

Erst vor wenigen Jahren haben sie sich kennengelernt, doch von Anfang an verbindet die beiden viel. Der gemeinsame katholische Glaube, die Liebe zur Literatur und die Ablehnung der Nazis. Seit diese die Macht übernommen haben kann der Münchner Dichter nur noch unter Pseudonym veröffentlichen.

Eine Liebe im Krieg

Kennengelernt haben sich die beiden durch ihr Engagement für die liturgische Bewegung innerhalb der Katholischen Kirche.

Maria Luise wird am 27. September 1912 in Bozen, Südtirol geboren, doch bald zieht die Familie nach Österreich. An der Universität Innsbruck studiert die hochbegabte Maria Luise Theologie und Philosophie, promoviert sogar zur Doktorin der Philosophie.

Mitten im Krieg lernt sie Georg kennen, bereits 1941 heiraten die beiden.

Trotz Georgs Widerstand gegen die Nazis muss er in den Krieg ziehen, kämpft in Frankreich und Russland. Während dieser schweren Zeit entsteht der Gedichtband "Liebesgespräche im Krieg".

Persönliches Glück und Gottes Lob

Schließlich ist die Ungewissheit vorbei, Georg überlebt den Krieg. Die Gedichte, die die beiden sich während dieser Zeit geschrieben haben werden durch eine Rundfunksendung und später in Buchform rasch bekannt, doch ihre wahre Bestimmung finden sie im dichten von Kirchenliedern.

Ab 1963 arbeiten beide an dem neuen Gotteslob für die deutschsprachigen Bistümer mit, in der entsprechenden Hauptkommission zur Vorbereitung des Gesang- und Gebetbuches ist Maria Luise die einzige Frau.

Gottesloblieder der Maria Luise Thurmair

Am meisten schätzt sie unter ihren eigenen Texten aus dem Gotteslob die Nummer 634: Dank sei dir Vater für das ew'ge Leben. Neugedichtete Texte, Nachdichtungen und Bearbeitungen von Übersetzungen, etwa 40 Texte von Maria Luise Thurmair schaffen es schließlich in das neue Gotteslob, darunter so bekannte wie "Den Herren will ich loben", eine Nachdichtung des Magnificats. Maria Luise verfasst den Marientext als sie selbst im Wochenbett liegt.

Nicht nur Maria Luise schreibt Texte für das Gotteslob auch ihr Mann steuert 16 Lieder bei, doch kein anderer Lieddichter ist im neuen Gesangbuch so oft vertreten wie sie.

Für die Arbeit am Gotteslob erhält sie schließlich vom Papst den Orden "Pro Ecclesia et Pontifice".

Die Liebe der beiden Thurmairs hält ein Leben lang, 43 Jahre sind Maria Luise und Georg verheiratet. 1984 schließlich stirbt Georg in seiner Geburtsstadt München, Maria Luise überlebt ihren Mann um mehr als 20 Jahre, im Alter von 93 Jahren stirbt sie am 24. Oktober in einem Pflegeheim in Germering bei München.

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