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Pfarrvikar Ulrich Filler


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310.6.2005

Fünf Jahre „domradio“ - erster deutscher Bistumssender

„Gott sei Dank, wir sind auf Sendung“

Bild
  • ''Gott sei Dank, wir sind auf Sendung''

    "Gott sei Dank, wir sind auf Sendung"

von Viola von Melis

Köln (KNA) Kurz bevor das Kölner „domradio“ zum ersten Mal auf Sendung ging, gab es Feueralarm: Kein geringerer als Kardinal Joachim Meisner hatte ihn ausgelöst - mit dem Weihrauch, mit dem er die Räume des bundesweit ersten und bis heute einzigen Bistumssenders am Pfingstsonntag im Jahr 2000 einweihte.
Weihwasser hatte der Erzbischof wegen der sensiblen Sendetechnik bewusst nicht mitgebracht. An die Rauchmelder aber hatte niemand gedacht. „Gott sei Dank, wir sind auf Sendung“, atmete Chefredakteur Ingo Brüggenjürgen denn auf, als sich das Mikrofon öffnete und sein Sender on air ging. Am Samstag feiert das Kirchenradio mit Musik und Kabarett fünfjähriges Bestehen.
Die Idee zum „domradio“ war - wie der Name schon sagt - 1998 beim 750-jährigen Jubiläum des Kölner Doms entstanden. Damals wurde ein vierzehntägiges Veranstaltungsradio im Stadtgebiet durchgeführt. Zwei Jahre später startete der Bistumssender als kirchliches Spartenradio, das im 24-Stunden-Programm jede halbe Stunde Welt- und Kirchennachrichten bietet sowie regelmäßig Berichte und Interviews über Politik, Bildung, Lebenshilfe, Unterhaltung, Kultur, religiöses Brauchtum sowie nicht zuletzt Gottesdienstübertragungen.
„Es ist ein kleines, feines, aber vor allem freies Radio“, lobt Journalist Franz Alt zum Jubiläum. In dem Sender gehe es nicht dogmatisch zu: „Ich habe da auch schon ordentlich Kirchenkritik üben dürfen.“ Auch Kollegin Alice Schwarzer gratuliert augenzwinkernd: „Also wenn das mit der EMMA nicht mehr klappt, dann komme ich gerne zum 'domradio'..“ Und Karl-Heinz Böhm dankt dem Sender, dass er mit vielen Beiträgen geholfen habe, die Arbeit seiner Organisation „Menschen für Menschen“ bekannt zu machen.
Entwicklungshilfe ist ein wichtiges Thema des Senders, der, wie der Chefredakteur sagt, „an der Schnittstelle zwischen Kirche und Gesellschaft“ stehen will. Zum Beispiel: „Wenn in Athen Olympiade ist, sprechen wir mit dem Olympiapfarrer. Wenn Frankreich die EU-Verfassung ablehnt, fragen wir bei der europäischen Bischofskonferenz nach.“ Ziel sei, so Brüggenjürgen, „christliche Werte tagesaktuell in den gesellschaftlichen Dialog zu bringen.
Das Kirchenprogramm mit harmonischer Pop- und Rockmusik und ohne Werbung komme an, ist der Journalist überzeugt.
60.000 regelmäßige Hörer schreibt der Sender sich auf die Fahnen.
Das ergab eine Allensbach-Studie im Jahr 2004. Sie zeigte auch, dass der Sender jedem dritten Katholiken der Erzdiözese Köln bekannt ist. Die Website „www.domradio.de“ wird laut Brüggenjürgen täglich 40.000 Mal abgerufen. Hier lässt sich das Programm von allen Plätzen der Welt hören. Europaweit verbreitet es der Satellit Astra. In Nordrhein-Westfalen kann es über Kabel von 4,1 Millionen Haushalten sowie über das neue Digitalradio (DAB) empfangen werden. Auch das soll am Samstag fünf Jahre nach dem Start gefeiert werden. Diesmal dürfte der Kardinal mit dem Weihrauch kein Unheil anrichten: Er segnet die Ü-Wagen des Senders vor dem Dom unter freiem Himmel.
wm/amo

(kna)

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