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Evangelium

Pfarrvikar Ulrich Filler Freitag,
25. Mai
Joh 21,1.15-19 mit Auslegung mit Pfarrvikar Ulrich Filler

Pfarrvikar Ulrich Filler


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Eine Stadt, fünf Tage und über 100.000 Teilnehmer: der 2. Ökumenische Kirchentag in München wird 2010 zum Zentrum der Christen in Deutschland.


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316.5.2010

Landesbischof Friedrich sieht Fortschritte durch Kirchentag

„Großes Verständnis“

Nach Einschätzung des bayerischen evangelischen Landesbischofs Johannes Friedrich hat der 2. Ökumenische Kirchentag in München Protestanten und Katholiken näher zusammengebracht. Aus seiner Sicht spreche viel für einen 3. Ökumenischen Kirchentag, sagte Friedrich.

epd/KNA: Herr Landesbischof, wer oder was hat Sie beim Ökumenischen Kirchentag besonders beeindruckt?
Friedrich: Beim Abend der Begegnung hat mich die Fülle von Menschen beeindruckt. Ich selbst habe noch bei keinem Kirchentag so viele Menschen gesehen, getroffen und erlebt. Dabei hat auch das eher kühle Wetter überhaupt nicht gestört. Das war für mich ein wunderbarer Auftakt.

Das zweite sehr beeindruckende Erlebnis war die Artoklasia, die orthodoxe Vesper in ökumenischer Gemeinschaft auf dem Odeonsplatz. Dieses gemeinsame Brotbrechen hat wirklich ein Gefühl der Gemeinsamkeit und Gemeinschaft vermittelt. Natürlich ist klar, dass das kein Sakrament ist. Aber der Gemeinschafts-Charakter war doch mindestens so groß wie bei manchem Abendmahl. Und dass die Orthodoxen der verschiedenen Traditionen die Feier vorbereitet und gestaltet haben, war nochmals ein besonders schöner Effekt.

epd/KNA: Ein großes Thema war die aktuelle Debatte um sexuellen Missbrauch. Wurde offen und ehrlich darüber diskutiert?

Friedrich: Wie sich gezeigt hat, war unsere Planung richtig, zwei Veranstaltungen - eine allgemeine zur Situation in der Gesellschaft und eine spezifische zur Kirche - kurzfristig in das Programm aufzunehmen. Ich persönlich kann im Moment nicht einschätzen, wie über den sexuellen Missbrauch diskutiert wurde. Denn bei den Veranstaltungen, auf denen ich war, spielte dieses Thema keine Rolle. Wie ich aber gehört habe, liefen die Diskussionen sehr gut.

epd/KNA: Sehen Sie durch den Kirchentag Fortschritte im Miteinander der Konfessionen?

Friedrich: Ich hoffe sehr, dass es durch diesen Kirchentag an einigen Stellen einen Fortschritt gibt. Die Artoklasia hat vermutlich zur Folge, dass es in Zukunft auch zu ähnlichen Feiern mit orthodoxen Gemeinden vor Ort kommt. Aber auch in der inhaltlichen Debatte könnte es in verschiedenen Bereichen neu vorangehen. Bei einer Veranstaltung über konfessionsverschiedene Ehen und Abendmahlsgemeinschaft haben wir beispielsweise Anläufe gemacht, ob nicht zumindest der evangelische Ehepartner aus pastoralen, seelsorgerlichen Gründen zur katholischen Eucharistiefeier eingeladen werden könnte. Dafür hat der katholische Bischof Fürst großes Verständnis gezeigt.

epd/KNA: Wann und wo gibt es einen 3. Ökumenischen Kirchentag?

Friedrich: Ob und wann es einen nächsten Ökumenischen Kirchentag gibt, ist noch nicht entschieden. Darüber wollen wir ganz bewusst erst nach dem Abschluss dieses Kirchentags und den gemachten Erfahrungen reden. Ich persönlich denke, dass viel für einen 3. Ökumenischen Kirchentag spricht. Das müssen wir aber erst in aller Ruhe besprechen.

Interview: Karsten Frerichs (epd) und Thomas Winkel (KNA)

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