Newsletter vom 28.08.2010

"Der Soldat hat grundsätzlich ein Recht auf Seelsorge, wie das Soldatengesetz es vorschreibt",

sagte im domradio Walter Wakenhut. Der Militär-Generalvikar stellte sich damit der aktuellen Diskussion um die Reform der Bundeswehr, die Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg am Beginn der Woche ausgelöst hatte. Allem Anschein nach marschiert die Truppe Richtung Freiwilligenarmee. Die Veränderungen haben Folgen – für die Finanzen, für die Soldaten, für die Gesellschaft und eben auch für die Kirche. Die Herausforderung für die Militärseelsorge werde es jetzt sein, gerade Zeit- und Berufssoldaten in ihrem Gewissen so zu schärfen, dass sie immer verantwortlich handeln können, so Wakenhut.

Dass sich der Bund aus Kostengründen von der Finanzierung der Militärseelsorge verabschieden könnte, mag sich Wakenhut nicht vorstellen: "Die Militärseelsorge ist der vom Staat gewünschte und von der Kirche geleistete Dienst". Aber auch der Militär-Generalvikar will sich der veränderten Wirklichkeit stellen. Das ist eine Aufgabe, die nicht nur für die Militärseelsorge gilt – hier ist die Kirche – hier sind alle Christen besonders gefordert!

Mutmachende Grüße und einen gesegneten Sonntag wünscht Ihnen für das ganze domradio-Team,

Ihr
Ingo Brüggenjürgen
Chefredakteur

PS: Diese Woche erreichte uns die traurige Nachricht vom Tode Thomas Meurers.
Prof. Meurer war ein Freund und engagierter Unterstützer unseres Senders bis zum Schluss – neue Sendetermine waren mit ihm schon vereinbart. Mit seinem theologischen Wissen und seinen Literaturtipps hat er unser Programm bereichert. Wir werden ihn und sein liebenswertes Lächeln nicht vergessen. Als Christen glauben wir an ein Leben nach dem Tod. In dieser christlichen Urhoffnung setzen wir auf unseren "guten Draht nach oben".



domradio – der Sonntag
Sonntag, 29.08.2010
Kirche und Welt (7-10 Uhr):Über das Wetter reden alle, es trifft auch alle - mehr oder weniger. Wer das Wetter in sein Gebet einbezieht, der weiß darum, dass er letztlich der Natur ausgeliefert ist. Und Herr der Natur – das merken wir meist erst bei Naturkatastrophen, die uns fassungslos machen – ist nicht der Mensch. Sprichwörtlich um gutes Wetter zu bitten ist eine menschliche Strategie, die sehr unterschiedlich sein kann. Der Brauchtumsforscher Dr. Manfred Becker-Huberti hat sich auf die Suche begeben und "Gebete nicht nur für sonnige Tage" gefunden (Buchtipp: "Wettersegen. Gebete nicht nur für sonnige Tage, Bachem-Verlag, 8,90 Euro).
Kultur und mehr (12-15 Uhr): De Visione Dei – Ausstellung im Geiste von Cusanus in der Kölner Basilika St. Gereon. Weitere Themen: *Urlaub Anno Dazumal – Die nachgeholte Hochzeitsreise des Ehepaars Meurer aus Köln. *Der Dom als Patient – Mit Röntgenstrahlen dem Zerfall auf den Grund. *Konzertreise durch Argentinien – Der Mädchenchor am Kölner Dom über eine erfolgreiche Tour. *Seelsorge für Künstler in Berlin – Der Künstlergottesdienst von Pater Astan. *Glaube, Liebe, Tod – Der Tatort aus Österreich hat eine Glaubenssekte im Visier. *Kampf der Engel um die Schöpfung – Der neue Roman „Apocalypsia“ von Andreas Izquierda. *Nostalgie wird zeitgemäß – Das Comeback des Musikalbums.


Musica
"Klassiker am Beginn des Weges" – Frühe Sinfonien von Haydn, Mozart und van Beethoven
Sonntag, 29.08.2010, 20-22 Uhr

Sie gilt als einer der Höhepunkte in der europäischen Musikgeschichte: die "Wiener Klassik". Zu ihr werden vornehmlich die Komponisten Joseph Haydn, Wolfgang Amadeus Mozart und Ludwig van Beethoven gezählt. Während letzterer sich am Ende seines Lebens schon in Richtung der Epoche der "Romantik" entwickelte, steht Haydn als ältester Vertreter für die Anfänge und Mozart sozusagen für die Mitte dieser außergewöhnlichen Epoche. In der Sendung geht es um die sinfonischen Anfänge der drei Komponisten. Haydn gilt als wichtiger Wegbereiter für die großangelegten Sinfonien von Mozart und vor allem Beethoven.


Weltweit – in Zusammenarbeit mit Kolping International
Zwischen Buddha, Ho Chi Minh und Reisterassen – Christliches Leben in Vietnam
Montag, 30.08.2010, 10-12 Uhr

Im Land der Reisterassen, Nudelsuppen, des Kommunismus und der buddhistischen Tempel, in Vietnam, hat sich eine Minderheit an Katholiken etabliert – laut Schätzungen rund sechs Millionen. Und mitten unter ihnen 200 Kolpingfamilien mit rund 7.000 Mitgliedern. Die Verfassung Vietnams sieht generell eine Religions- und Glaubensfreiheit vor. Doch für den Staat sind die religiösen Institutionen immer auch eine Konkurrenz zum staatlichen Einfluss auf die Bevölkerung. Dementsprechend werden Religion und deren Institutionen seitens der Kommunistischen Partei Vietnams noch immer mit Misstrauen behandelt. Streitpunkte sind unter anderem Enteignungen von Kirchengrundstücken, die staatliche Mitbestimmung bei der Ernennung von Bischöfen und Verbote von Messfeiern. In der Sendung geht es um diese Schwierigkeiten und Sorgen, aber auch um die Chancen und Möglichkeiten, die sich die Christen in Vietnam für die Zukunft erhoffen. Wie sieht christliches Leben heute aus? Warum ist das Verhältnis zwischen Kommunismus und Katholizismus so schwierig? Welche Einschränkungen gibt es momentan von staatlicher Seite? Wie konnte sich Kolping in dieser Gemengelage etablieren?


Menschen
Ruth Pucher – Ordenschwester aus Wien
Dienstag, 31.08.2010, 10-12 Uhr

Wien ORDENtlich – so der Name der Internetseite von Ordenschwester Ruth Pucher. Sie ist nicht nur Missionarin Christi – sie ist auch Fremdenführerin, Kunsthistorikerin und ausgebildete Kirchenmalerin. Unter Wien ORDENtlich finden sich deswegen auch ganz besondere Führungen: Stadtspaziergänge mit der Ordensfrau, spirituelle Kirchenführungen und Begegnungen mit Menschen, die im Orden leben. Ruth Pucher arbeitet als Freiberuflerin und musste sich erst mal auf dem Fremdenführermarkt in Wien etablieren – eine neue Situation für den jungen Orden der Missionarinnen Christi, in dem es dazu gehört, dass die Ordensfrauen ihren Berufen nachgehen. Wer die Missionarinnen Christi sind, warum sie die junge Ruth Pucher angezogen haben, und warum sie in dieser Gemeinschaft glücklich ist – darüber sprechen wir in der Sendung.


Kopfhörer
Prof. Heino Schubert – "Liturgiereform und Kirchenmusik"
Freitag, 03.09.2010, 21-22 Uhr

Zahlreiche liturgische Gesänge, Messvertonungen und Motetten zählen zum kompositorischen Lebenswerk von Heino Schubert. Als Essener Domorganist seit 1961 und Dozent an der Folkwang-Hochschule hat er das Zweite Vatikanische Konzil und die Erneuerung der Liturgie aus nächster Nähe und vor allem in der Praxis erlebt. Schubert erzählt im Gespräch mit domradio-Redakteur Jan Hendrik Stens von seinen frühen musikalischen Kindheitserlebnissen im niederschlesischen Glogau, seinem Studium in Detmold und Freiburg und seinem Wirken in der damals jungen und aufstrebenden Ruhrdiözese. Die nach dem Konzil eingetretene kirchenmusikalische Entwicklung sieht er allerdings etwas skeptisch, weiß aber auch, dass jede Generation ihre eigene Sprache hat.


Weitere Themen der Woche:
Sonntag:
Gottesdienst (10 Uhr): Kapitelsamt mit Domkapitular Prälat Josef Sauerborn aus dem Kölner Dom
Freitag:
Reisen (10-12 Uhr): Madrid vor dem Weltjugendtag 2011

Das Tagesevangelium täglich 8 Uhr mit Michael Pahl, Kaplan an St. Medardus in Lüdenscheid
Die domradio-Themen vom 21.-27.07.2010

"Es wäre ein Signal für die ganze Welt!"
Der Kölner Erzbischof begrüßt türkische Tarsus-Absichtserklärung
Der Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner begrüßt die neuen Zeichen aus der Türkei für eine dauerhafte Nutzung der Pauluskirche in Tarsus durch die Christen. Wörtlich heißt es im Text des Kardinals: "Es wäre ein Signal für die ganze Welt!" [mehr]

Unrechtsstaat oder nicht?
Neue Kontroverse über DDR - Wolfgang Thierse im Interview
Pünktlich zum 20. Jahrestag des Volkskammer-Beschlusses zum Beitritt der DDR zur Bundesrepublik flammt die Diskussion um den Honecker-Staat wieder auf. War es ein "Unrechtsstaat durch und durch" oder "kein vollkommener Rechtsstaat, aber auch kein Unrechtsstaat"? Im domradio.de-Interview mahnt Wolfgang Thierse zu differenzierter Betrachtung. [mehr]

Aufklärungswillen für neues Vertrauen
Jesuiten-Pater Mertes über seine Erwartungen an die Missbrauchs-Leitlinien
Am Montag hat sich der Ständige Rat der Deutschen Bischofskonferenz in Würzburg auf die neuen Leitlinien für den Umgang mit sexuellem Missbrauch an Minderjährigen im kirchlichen Bereich geeinigt. Die Leitlinien werden am Dienstag in Trier vorgestellt. Jesuiten-Pater Klaus Mertes formuliert im domradio.de-Interview seine Erwartungen. [mehr]

Schlingensief: "Großer Zeuge unserer Zeit"
Kunstpater Friedhelm Mennekes über den verstorbenen Künstler in einer Tradition mit Joseph Beuys und Johannes Paul II.
Der Jesuitenpater und Kunstprofessor hat Christoph Schlingensief als "großen Zeugen unserer Zeit" gewürdigt. Er habe ihn als "tief geprägten Menschen" erlebt, sagte er im Interview mit domradio.de. Der am Samstag Verstorbene stehe in der Tradition der katholischen Künstlertypen im 20. Jahrhundert - und mit Papst Johannes Paul II. im Umgang mit seiner Krankheit. [mehr]

"Es ist immer falsch, zu sehr zu verallgemeinern"
Neuköllner-Bezirksbürgermeister zur Sarrazin-Debatte
Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin erntet für seine neuerlichen Thesen zur Migration in Deutschland breite Kritik. Einer, der täglich mit der Klientel zu tun hat, ist Heinz Buschkowsky, SPD-Bezirksbürgermeister von Berlin-Neukölln. Im domradio.de-Interview relativiert er Sarrazin provokante Äußerungen, bestätigt aber, dass in Deutschland Migrations-Probleme gerne verdrängt werden. [mehr]

"Wir können sie nicht vergessen"
Kalkutta feiert Mutter Teresa - Grußbotschaft des Papstes
Mit einem feierlichen Gottesdienst hat am Donnerstag die Stadt Kalkutta den 100. Geburtstag der Ordensgründerin Mutter Teresa gefeiert. Lesen und hören Sie hier Beiträge über Teresa Leben und Wirken und Gespräche mit Wegbegleitern. Außerdem: Warum noch ein Wunder fehlt zur Heiligsprechung. [mehr]
Die domradio.de-Videos der Woche

Kapitelsamt im Kölner Dom - Predigt Generalvikar Schwaderlapp
Zu einem beherzten Glaubensbekenntnis hat am Sonntag Dominik Schwaderlapp aufgerufen. Das Reich Gottes zu erlangen, sein kein selbstverständliches Ziel, so der Kölner Generalvikar in seiner Predigt zum Lukas-Evangelium, das "ernste Worte an uns richte". [Video ansehen]


Kölner Dom: Dem Verfall auf der Spur

Der Kölner Dom bröckelt. Ein ernstes Problem. Denkmalpfleger vermuten nun, dass die verschiedenen im Dom verwendeten Gesteine sich negativ beeinflussen und den Verfall beschleunigen. Nun soll der Dom geröntgt werden. [Video ansehen]


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