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"Der Soldat hat grundsätzlich ein Recht auf Seelsorge, wie das Soldatengesetz es vorschreibt",
sagte im domradio Walter Wakenhut. Der
Militär-Generalvikar stellte sich damit der aktuellen Diskussion
um die Reform der Bundeswehr, die Verteidigungsminister Karl-Theodor zu
Guttenberg am Beginn der Woche ausgelöst hatte. Allem Anschein
nach marschiert die Truppe Richtung Freiwilligenarmee. Die
Veränderungen haben Folgen – für die Finanzen, für
die Soldaten, für die Gesellschaft und eben auch für die
Kirche. Die Herausforderung für die Militärseelsorge werde es
jetzt sein, gerade Zeit- und Berufssoldaten in ihrem Gewissen so zu
schärfen, dass sie immer verantwortlich handeln können, so
Wakenhut.
Dass sich der Bund aus Kostengründen von der Finanzierung der
Militärseelsorge verabschieden könnte, mag sich Wakenhut
nicht vorstellen: "Die Militärseelsorge ist der vom Staat
gewünschte und von der Kirche geleistete Dienst". Aber auch der
Militär-Generalvikar will sich der veränderten Wirklichkeit
stellen. Das ist eine Aufgabe, die nicht nur für die
Militärseelsorge gilt – hier ist die Kirche – hier
sind alle Christen besonders gefordert!
Mutmachende Grüße und einen gesegneten Sonntag wünscht Ihnen für das ganze domradio-Team,
Ihr
Ingo Brüggenjürgen
Chefredakteur
PS: Diese Woche erreichte uns die traurige Nachricht vom Tode Thomas Meurers.
Prof. Meurer war ein Freund und engagierter Unterstützer unseres
Senders bis zum Schluss – neue Sendetermine waren mit ihm schon
vereinbart. Mit seinem theologischen Wissen und seinen Literaturtipps
hat er unser Programm bereichert. Wir werden ihn und sein liebenswertes
Lächeln nicht vergessen. Als Christen glauben wir an ein Leben
nach dem Tod. In dieser christlichen Urhoffnung setzen wir auf unseren
"guten Draht nach oben".
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domradio – der Sonntag
Sonntag, 29.08.2010
Kirche und Welt
(7-10 Uhr):Über das Wetter reden alle, es trifft auch alle - mehr
oder weniger. Wer das Wetter in sein Gebet einbezieht, der weiß
darum, dass er letztlich der Natur ausgeliefert ist. Und Herr der Natur
– das merken wir meist erst bei Naturkatastrophen, die uns
fassungslos machen – ist nicht der Mensch. Sprichwörtlich um
gutes Wetter zu bitten ist eine menschliche Strategie, die sehr
unterschiedlich sein kann. Der Brauchtumsforscher Dr. Manfred
Becker-Huberti hat sich auf die Suche begeben und "Gebete nicht nur
für sonnige Tage" gefunden (Buchtipp: "Wettersegen. Gebete nicht
nur für sonnige Tage, Bachem-Verlag, 8,90 Euro).
Kultur und mehr (12-15
Uhr): De Visione Dei – Ausstellung im Geiste von Cusanus in der
Kölner Basilika St. Gereon. Weitere Themen: *Urlaub Anno Dazumal
– Die nachgeholte Hochzeitsreise des Ehepaars Meurer aus
Köln. *Der Dom als Patient – Mit Röntgenstrahlen dem
Zerfall auf den Grund. *Konzertreise durch Argentinien – Der
Mädchenchor am Kölner Dom über eine erfolgreiche Tour.
*Seelsorge für Künstler in Berlin – Der
Künstlergottesdienst von Pater Astan. *Glaube, Liebe, Tod –
Der Tatort aus Österreich hat eine Glaubenssekte im Visier. *Kampf
der Engel um die Schöpfung – Der neue Roman
„Apocalypsia“ von Andreas Izquierda. *Nostalgie wird
zeitgemäß – Das Comeback des Musikalbums.
Musica
"Klassiker am Beginn des Weges" – Frühe Sinfonien von Haydn, Mozart und van Beethoven
Sonntag, 29.08.2010, 20-22 Uhr
Sie gilt als einer der Höhepunkte in der europäischen
Musikgeschichte: die "Wiener Klassik". Zu ihr werden vornehmlich die
Komponisten Joseph Haydn, Wolfgang Amadeus Mozart und Ludwig van
Beethoven gezählt. Während letzterer sich am Ende seines
Lebens schon in Richtung der Epoche der "Romantik" entwickelte, steht
Haydn als ältester Vertreter für die Anfänge und Mozart
sozusagen für die Mitte dieser außergewöhnlichen
Epoche. In der Sendung geht es um die sinfonischen Anfänge der
drei Komponisten. Haydn gilt als wichtiger Wegbereiter für die
großangelegten Sinfonien von Mozart und vor allem Beethoven.
Weltweit – in Zusammenarbeit mit Kolping International
Zwischen Buddha, Ho Chi Minh und Reisterassen – Christliches Leben in Vietnam
Montag, 30.08.2010, 10-12 Uhr
Im Land der Reisterassen, Nudelsuppen, des Kommunismus und der
buddhistischen Tempel, in Vietnam, hat sich eine Minderheit an
Katholiken etabliert – laut Schätzungen rund sechs
Millionen. Und mitten unter ihnen 200 Kolpingfamilien mit rund 7.000
Mitgliedern. Die Verfassung Vietnams sieht generell eine Religions- und
Glaubensfreiheit vor. Doch für den Staat sind die religiösen
Institutionen immer auch eine Konkurrenz zum staatlichen Einfluss auf
die Bevölkerung. Dementsprechend werden Religion und deren
Institutionen seitens der Kommunistischen Partei Vietnams noch immer
mit Misstrauen behandelt. Streitpunkte sind unter anderem Enteignungen
von Kirchengrundstücken, die staatliche Mitbestimmung bei der
Ernennung von Bischöfen und Verbote von Messfeiern. In der Sendung
geht es um diese Schwierigkeiten und Sorgen, aber auch um die Chancen
und Möglichkeiten, die sich die Christen in Vietnam für die
Zukunft erhoffen. Wie sieht christliches Leben heute aus? Warum ist das
Verhältnis zwischen Kommunismus und Katholizismus so schwierig?
Welche Einschränkungen gibt es momentan von staatlicher Seite? Wie
konnte sich Kolping in dieser Gemengelage etablieren?
Menschen
Ruth Pucher – Ordenschwester aus Wien
Dienstag, 31.08.2010, 10-12 Uhr
Wien ORDENtlich – so der Name der Internetseite von
Ordenschwester Ruth Pucher. Sie ist nicht nur Missionarin Christi
– sie ist auch Fremdenführerin, Kunsthistorikerin und
ausgebildete Kirchenmalerin. Unter Wien ORDENtlich finden sich deswegen
auch ganz besondere Führungen: Stadtspaziergänge mit der
Ordensfrau, spirituelle Kirchenführungen und Begegnungen mit
Menschen, die im Orden leben. Ruth Pucher arbeitet als Freiberuflerin
und musste sich erst mal auf dem Fremdenführermarkt in Wien
etablieren – eine neue Situation für den jungen Orden der
Missionarinnen Christi, in dem es dazu gehört, dass die
Ordensfrauen ihren Berufen nachgehen. Wer die Missionarinnen Christi
sind, warum sie die junge Ruth Pucher angezogen haben, und warum sie in
dieser Gemeinschaft glücklich ist – darüber sprechen
wir in der Sendung.
Kopfhörer
Prof. Heino Schubert – "Liturgiereform und Kirchenmusik"
Freitag, 03.09.2010, 21-22 Uhr
Zahlreiche liturgische Gesänge, Messvertonungen und Motetten
zählen zum kompositorischen Lebenswerk von Heino Schubert. Als
Essener Domorganist seit 1961 und Dozent an der Folkwang-Hochschule hat
er das Zweite Vatikanische Konzil und die Erneuerung der Liturgie aus
nächster Nähe und vor allem in der Praxis erlebt. Schubert
erzählt im Gespräch mit domradio-Redakteur Jan Hendrik Stens
von seinen frühen musikalischen Kindheitserlebnissen im
niederschlesischen Glogau, seinem Studium in Detmold und Freiburg und
seinem Wirken in der damals jungen und aufstrebenden Ruhrdiözese.
Die nach dem Konzil eingetretene kirchenmusikalische Entwicklung sieht
er allerdings etwas skeptisch, weiß aber auch, dass jede
Generation ihre eigene Sprache hat.
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