EU-Kommission warnt vor ernstem Lehrermangel in Deutschland
Die EU-Kommission ist besorgt, dass der Lehrermangel in Deutschland sich weiter verschärfen könnte. "Mehreren EU-Ländern, unter ihnen Deutschland, Großbritannien, Italien, die Niederlande, Österreich und Belgien, könnten künftig in einem ernsten Ausmaß Lehrer fehlen", heißt es in einem Bericht der Behörde. Die Kommission stellte das Dokument am Freitag in Brüssel dem EU-Ministerrat für Bildung vor. Demnach erreichen in vielen Ländern große Teile der Lehrerschaft das Rentenalter, ohne dass genug junge Kräfte nachrücken. Nur in der Hälfte der EU-Staaten sieht die Kommission keine Probleme in dieser Frage. Die EU-Fachleute verweisen in dem Bericht "Schlüsseldaten zur Bildung in Europa 2012" unter anderem auf Daten der Pisa-Studie von 2009. Demnach ist in Deutschland jeder dritte 15-Jährige an einer Schule eingeschrieben, an der es nicht genug Mathematiklehrer gibt. Über 40 Prozent aller Schüler sehen sich einem Mangel an Naturwissenschafts-Lehrern gegenüber. EU-Bildungskommissarin Androulla Vassiliou appellierte an die EU-Regierungen, mehr Geld in den Bildungsbereich zu investieren. Die Kommission wolle ihrerseits dazu beitragen, dass der Lehrerberuf für junge Menschen attraktiver werde, sagte sie. Sie wolle beispielsweise im Rahmen des geplanten Stipendienprogrammes "Erasmus für alle" dafür sorgen, dass eine Million Lehrer zur Weiterbildung einen Auslandsaufenthalt absolvieren könnten.