Sein 50-jähriges Bestehen hat am Samstag das kirchennahe Tourismusunternehmen "Biblische Reisen" gefeiert. Bei einem ökumenischen Gottesdienst betonte der Rottenburg-Stuttgarter Bischof Gebhard Fürst, Reisen führe zusammen, verbinde und bilde. An den in der Heiligen Schrift benannten Orten werde deutlich, dass Gott in der Geschichte an konkreten Orten und durch konkrete Menschen handle. Solche Orte könnten den Glauben sinnlich erfahrbar machen und Reisenden einen Weg in die eigene Tiefe und zu eigener religiöser Erfahrung erschließen. Fürst würdigte auch die Initiative des Unternehmens, 2012 erstmals "Biblische Reise für Atheisten" anzubieten. Darin liege eine große Chance, Suchenden den Zugang zu einem Sinn zu eröffnen, mit dem sie sich sonst vielleicht eher schwer täten. Der evangelische württembergische Landesbischof Frank Otfried July betonte, bei den Fahrten seien Weggemeinschaften auf Zeit entstanden, bei denen die Reisenden Orten begegnet seien, "die Symbole des tragenden Grundes sind, auf dem wir stehen". Der Geschäftsführer des Unternehmens, Georg Röwekamp, sieht Reisen neben Kunst als "einzige Möglichkeit, Religion noch einmal neu ins Gespräch zu bringen" und "sanfte Zugänge" zum Thema Glauben zu schaffen. 2011 fuhren etwa 20.000 Menschen mit dem Unternehmen in Urlaub, der Umsatz lag bei 28 Millionen Euro. Die GmbH hat 50 Angestellte. Einziger Gesellschafter ist der Verein "Ökumenischer Arbeitskreis für Biblische Reisen", hinter dem das Katholische Bibelwerk und die evangelische Deutsche Bibelgesellschaft stehen.