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3.2.2012

Russland beschließt Wiedereinführung des Religionsunterrichts

Mehr als 90 Jahre nach Abschaffung des Religionsunterrichts führt Russland das Fach wieder an allen Schulen ein. Ab dem kommenden Schuljahr 2012/2013 werden mehrere religiöse Wahlfächer sowie Ethikunterricht landesweit angeboten, wie die Regierung laut russischen Medien am Freitag mitteilte. Bis März sollen demnach die Schüler und ihre Eltern zwischen christlich-orthodoxer, islamischer, buddhistischer und jüdischer Religionskunde sowie Ethik und einem Fach über die Grundlagen der Weltreligionen wählen. Nach der Oktoberrevolution 1917 hatte das kommunistische Regime Religionslehre an den Schulen verboten. Seit 2010 besuchten Viert- und Fünftklässler in 21 der 83 Regionen des Landes einen Probeunterricht. Dabei wählten nach Angaben des Bildungsministeriums 42 Prozent der Schüler Ethikunterricht, 30 Prozent "Grundlagen der orthodoxen Kultur", 18 Prozent "Grundlagen der Weltreligionen" und 9 Prozent "Grundlagen der islamischen Kultur". Buddhistische Religionskunde besuchte dagegen nur ein Prozent der Schüler, jüdische Religionskunde noch weniger. Die orthodoxe Kirche und die muslimische Gemeinde hatten den Probelauf als Erfolg gewertet. Kritiker meinten jedoch, die rund 15.000 weltlichen Lehrer seien für den Unterricht in Fortbildungskursen nur unzureichend geschult worden. Von Februar bis August ist nun ein erneutes Weiterbildungsprogramm für Lehrer vorgesehen. Die Wiedereinführung des Religionsunterrichts war in Russland lange stark umstritten. Inzwischen ist jedoch laut Umfragen die große Mehrheit der Russen dafür.

( kna )