Westafrika droht Hungerkatastrophe - Misereor fordert mehr Hilfe
Nach dem Osten Afrikas droht nun auch dem Westteil des Kontinents eine Hungerkatastrophe. Wie das katholische Hilfswerk Misereor am Freitag in Aachen mitteilte, sind allein in Niger und Mauretanien sechs Millionen Menschen vom Hunger bedroht. Auch in den übrigen Ländern der Sahelzone - Mali, Tschad und Burkina Faso - spitze sich die Situation zu. Die Helfer warfen der internationalen Staatengemeinschaft Versagen vor. Seit Monaten sei bekannt, dass es im Westen Afrikas aufgrund von Dürren und Missernten zu Engpässen bei der Versorgung mit Nahrungsmitteln kommen könne. Als umso unverständlicher bezeichnete es Misereor, dass bisher so wenig passiert sei. "Wir brauchen dringend mehr Aufmerksamkeit und Unterstützung", hieß es. Derzeit trifft die Dürre den Angaben zufolge vor allem Familien, die sich auch in Jahren mit normalen Niederschlägen nur unzureichend ernähren können. So hätten in einigen Gegenden Malis 61 Prozent der Haushalte generell nicht genug zu essen. Preissteigerungen von bis zu 80 Prozent für Hirse machten es den Menschen inzwischen nahezu unmöglich, ihre Familien zu ernähren. Das Hilfswerk befürwortet daher die Lieferung von subventioniertem Getreide. Für die Hungernden in Mali stellte Misereor überdies 100.000 Euro Soforthilfe zur Verfügung.