Psychotherapeuten rechnen mit weiteren Missbrauchsfällen
Psychotherapeuten rechnen mit dem Bekanntwerden weiterer lang zurückliegender Fälle von sexuellem Missbrauch oder von Gewalt gegen Heimkinder. Der Bundesvorsitzende der Deutschen PsychotherapeutenVereinigung (DPtV), Dieter Best, äußerte vor Journalisten am Freitag in Berlin die Erwartung, "dass da noch vieles im Verborgenen schlummert".
Es sei bemerkenswert und erstaunlich, dass sich Menschen 30 oder 40 Jahre nach einem Missbrauch oder einem Internatsaufenthalt mit Leidenserfahrung nun "outen und an die Öffentlichkeit gehen", sagte Best. Wer diesen Schritt gehe, nehme auch angesichts hoher Hemmschwellen in der Gesellschaft manches an Belastungen auf sich.
"Gott sei Dank ist das nun zum Thema geworden", meinte er mit Blick auf die beiden Runden Tische zu sexuellem Missbrauch und zur Heimerziehung in der frühen Bundesrepublik, die die Bundesregierung im vorigen Jahr und im vergangenen April eingesetzt hat.
Grundsätzlich zeige sich ein offenerer Umgang der Gesellschaft mit solchen psychisch belasteten Erfahrungen.