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13.3.2010

Erzbistum München: Missbrauchsfall zur früheren Amtszeit des Papstes

Die Mißbrauchsdebatte hat jetzt auch Papst Benedikt XVI. in Rom selbst erreicht. Nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung von heute setzte das Erzbistum München Freising Anfang der 80 Jahre - das war während der Amtszeit von Josef Kardinal Ratzinger - einen wegen Kindesmissbrauchs vorbelasteten Priester aus dem Bistum Essen weiter in der Gemeindearbeit ein. Die Pressestelle des Erzbistums München-Freising hat den Bericht bestätigt und in der Personalie schwere Fehler eingeräumt, für die der damalige Generalvikar Gerhard Gruber die volle Verantwortung übernommen habe. Anfang der 80 er Jahre wurde der Priester H. aus Essen trotz Vorwürfen wegen sexuellen Missbrauchs und trotz einer Verurteilung mit dem Wissen des damaligen Erzbischofs Josef Kardinal Ratzinger nach München geholt. Eigentlich sollte er dort eine Therapie machen. Er wurde aber sofort wieder in der Gemeindearbeit eingesetzt. Hierfür hat der damalige Generalvikar Gerhard Gruber die Verantwortung übernommen. Gruber sagte: "Der wiederholte Einsatz von H. in der Pfarrseelsorge war ein schwerer Fehler. Ich übernehme dafür die volle Verantwortung. Ich bedauere zutiefst, dass es durch diese Entscheidung zu dem Vergehen mit Jugendlichen kommen konnte und entschuldige mich bei allen, denen Schaden zugefügt wurde." Der beteffende Pfarrer wurde noch im Oktober 2008 als Kur- und Tourismusseelsorger eingesetzt. Ihm wurde vom Erzbistum zur Auflage gemacht, dass er keine Kinder-, Jugend- und Ministrantenarbeit mehr machen dürfe. Aus dem Vatikan gibt es zu dem Fall bis jetzt keine aktuelle Stellungnahme.

( dr )