6.3.2008

Mehr Rechte für Illegale

Kirche kritisiert EU-Politik zu illegaler Zuwanderung

Die Deutsche Bischofskonferenz hat den Umgang der Europäischen Union (EU) mit illegalen Migranten kritisiert. Die EU-Kommission sehe den Kampf gegen diese Form der Zuwanderung als Kern der gemeinsamen Migrationspolitik, erklärte der Migrationsexperte der Bischofskonferenz, Weihbischof Josef Voß, am Mittwoch in Berlin. Dies greife aber zu kurz. Damit trete die Frage der sozialen Rechte derjenigen Zuwanderer, die sich bereits illegal in Europa aufhielten, zu sehr in den Hintergrund. Nach Schätzungen leben bis zu acht Millionen Betroffene in Europa.

Voß forderte, die Auseinandersetzung mit „irregulärer Zuwanderung“ in ein stimmiges Konzept der Migrationspolitik einzubinden. Der Münsteraner Weihbischof führte teilweise unerträgliche wirtschaftliche und politische Bedingungen in den Herkunftsländern als Ursachen an, zudem die äußerst restriktiven Bedingungen legaler Arbeitsmigration und den immer weiter eingeschränkten Zugang zu Asylverfahren in Europa.

90 Experten beraten
Voß sprach zum Auftakt der vierten Jahrestagung „Illegalität“ des katholischen Forums „Leben in der Illegalität“ und des Rates für Migration, einem bundesweiten Zusammenschluss von Wissenschaftlern. Bis Freitag beraten in der Katholischen Akademie 90 Experten über aktuelle Fragen der europäischen Migrationspolitik.
(kna)