10.6.2010
Internationales Priestertreffen in Rom - Kardinal Meisner fordert „Bekehrung des Herzens“ - Vesper live ab 20.30 Uhr
„Hinabgestoßen in die Gossen der Welt“
In Rom hat am Mittwoch ein internationales Priestertreffen begonnnen. Papst Benedikt XVI. rief bei seiner Generalaudienz zum Gebet für die Zusammenkunft auf. Eröffnet wurde das Priestertreffen am Mittwochmorgen mit einer Meditation des Kölner Kardinals Joachim Meisner zum Thema „Bekehrung und Mission“. Dabei ging er auch auf die Missbrauchsfälle in der Kirche ein.
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Audio Beitrag
- Ein Beitrag von Radio Vatikan: Kardinal Meisner in Rom - Predigt zum Priesterjahr (9.6.2010)
- Ein Interview mit Kaplan Thomas Taxacher (Priester aus dem Seelsorgebereich Odenthal, Bechen und Altenberg): Eindrücke vom Priestertreffen in Rom (9.6.2010)
- Vortrag Joachim Kardinal Meisner beim Internationalen Priestertreffen zum Abschluss des Priesterjahres in der Basilika St. Paul vor den Mauern in Rom (Ausschnitte) (9.6.2010)
- Ein Interview mit Pater Bernd Hagenkord (Leiter der deutschsprachigen Redaktion von Radio Vatikan): Eindrücke vom größten Priestertreffen in Rom (9.6.2010)
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„Wir sind hinabgestoßen worden, durch diverse Priesterskandale, in die Gossen der Welt. Das ist nicht unser Platz“, sagte der Kölner Erzbischof. Es genüge nicht, einfach „Korrekturen“ an den Kirchenstrukturen vorzunehmen, um sie „augenscheinlich attraktiver zu machen“. Notwendig sei vor allem eine „Bekehrung des Herzens“.
Bedeutung der Beichte
Als unerlässlich für diesen Prozess bezeichnete Meisner die Beichte. Deren Vernachlässigung sei eine „wesentliche Ursache“ für die „vielfältigen Krisen“ der Kirche in den vergangenen 50 Jahren gewesen. Das Sakrament der Buße sei die „Quelle permanenter Erneuerung und Revitalisierung des priesterlichen Seins“. Ein Priester, der nicht mehr Beichtvater sei, werde zum „religiösen Sozialarbeiter“.
Auch die Priester, müssten regelmäßig zur Beichte gehen, mahnte Meisner. Wer dies unterlasse, erleide auf Dauer seelische Schäden. Ursache für die Krise der Beichte sei nicht allein die mangelnde Nachfrage der Gläubigen, sondern auch, dass Priester nicht mehr im Beichtstuhl präsent seien. Ohne die Spendung des Bußsakraments breite sich unter Klerikern leicht eine „Beamtenmentalität“ aus.
Höhepunkte live bei domradio.de
Höhepunkt des dreitägigen Priestertreffens ist am Freitag eine große Messe mit dem Papst auf dem Petersplatz. Während des Gottesdienstes werden die Priester ihr Weiheversprechen erneuern. Zudem will Benedikt XVI. den heiligen „Pfarrer von Ars“, Jean-Baptiste Marie Vianney (1786-1859), die geistliche Leitgestalt des Priesterjahrs, offiziell zum Patron der Priester erklären. Auch wird erwartet, dass er sich zum Thema Missbrauch äußert.
Benedikt XVI. hatte das Priesterjahr am 19. Juni 2009 ausgerufen. Ziel war, den „Wert der Mission der Priester in der Kirche und der Welt“ wieder stärker ins Bewusstsein zu rufen. Zum Abschluss des Jahres in Rom sind rund 10.000 Geistliche aus 97 Ländern angereist. Von den offiziell registrierten 9.689 Klerikern kommt fast die Hälfte (4.362) aus Italien, wie aus der am Mittwoch im Vatikan verbreiteten Statistik hervorgeht. Nach den Geistlichen aus Spanien (819) und Frankreich (811) rangieren die Deutschen mit 738 Teilnehmern an vierter Stelle.
(kna,epd,dr)