Mt 13,31-35
Auslegung des Evangeliums mit Sr. M. Simone Weber ADJC
domradio.de: Frau Weber, Jesus vergleicht ja das Himmelreich mit dem Senfkorn und mit dem Sauerteig. Das würde man jetzt nicht direkt mit dem Himmelreich in Verbindung bringen. Warum gerade dieser Vergleich?
Simone Weber: Ein Wort vor weg, Gottes Wort: Senfkorn - keime in mir. Sauerteig - durchdringe mich und durch mich die Welt um mich. Amen. - Warum Gott oder Jesus dieses Gleichnis vom Senfkorn und Sauerteil wählt, dafür gibt es viele Gründe. Jesus nimmt ja viele Gleichnisse, um die Botschaft Gottes zu verkünden. Das Ur-Geheimnis, das wir Gott nennen, wird in Bildern dargestellt, die die Menschen in Jesu Umwelt verstehen. Und das ist einmal der Sähmann, der das Senfkorn säht, und die Frau, die jeden Tag Sauerteig benützt, um das Brot für die ganze Familie zu backen.
domradio.de: Wenn das aber so alltägliche Dinge sind, dann würde man doch denken, dass das Himmelreich gar nichts Besonderes ist.
Weber: Vielleicht haben Sie ganz Recht mit dieser Frage. Viele Menschen denken, das sei etwas Besonderes, vielleicht ist es das gar nicht. Es ist einfach der Umstand, in dieser Welt zu leben, was Gott dem Einzelnen mitgegeben hat, und in diesem Geheimnis dieser Welt, das Geheimnis Gottes zu entdecken.
domradio.de: Ist das auch der Grund, weshalb Jesus in Gleichnissen spricht?
Weber: Ja, das ist der Grund. Denn er sagt an andere Stelle: Ich spreche in Gleichnissen, damit sie hören und nicht verstehen. Das bedeutet, dass der Mensch diese Gleichnisse in dieser Welt bekommt und dass er eingeladen ist, diese Welt vor dem Hintergrund des Schöpfers zu verstehen. An anderer Stelle heißt es: Er sagte es so, er lehrte so, wie sie es verstehen konnten. Diese Wirklichkeiten konnten sie verstehen und diese Bilder aufnehmen. Wie der Sauerteig im Mehl wirkt dann das Wort Gottes im Menschen.
domradio.de: Wie können wir denn diese Gleichnisse ins Heute übersetzen? Welchen Impuls können wir aus diesem Text mitnehmen?
Weber: Ich habe schon oft gedacht: Was würde Jesus heute sagen? Was wäre das Bild für heute? Vielleicht würde er sagen: Das Himmelreich ist wie Radiowellen, die an den Menschen herankommen, und wenn er ein offenes Ohr hat, kann er eine Botschaft empfangen, die in ihm fruchtbar wird. Ähnlich wie beim Samen oder beim Sauerteig.
domradio.de: Und diesen Impuls können wir dann heute mit in den Tag nehmen?
Weber: Ja, genau. Und noch einmal Gottes Wort: Gottes Wort: Senfkorn - keime in mir. Sauerteig - . durchdringe mich und durch mich die We