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Gary Lukas Albrecht Samstag,
11. Februar
Mk 8,1-10

Gary Lukas Albrecht


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Diözesan- Caritasverband für das Erzbistum Köln

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330.1.2010

Arztmobile der Caritas helfen obdachlosen Menschen

Praxis auf vier Rädern



=

Von Gregor Krumpholz (KNA)

Berlin (KNA) Andreas Kärsten legt die Messmanschette an. „220 zu 130“, sagt der Arzt. „Der Blutdruck ist viel zu hoch“. Sein Patient zuckt die Schultern. „Jeden Tag dieser Stress...“, meint er lakonisch.

Es ist kein Zwiegespräch zwischen Mediziner und Manager. Die Szene spielt sich nicht in Kärstens Praxis im gutbürgerlichen Berliner Stadtteil Friedenau ab, sondern im Arztmobil der Caritas, in dem er tageweise mitfährt. Und der Patient hat so gar nichts von einem übersättigten Wohlstandsbürger. Theo M. (Name geändert) lebt auf der Straße. Die tägliche Sorge um einen geschützten Übernachtungsplatz und eine warme Mahlzeit treibt seinen Adrenalinspiegel hoch. Vor allem in der kalten Jahresheit. Bei ihm wie seinen allein in Berlin schätzungsweise 10.000 Leidensgenossen ist Hypertonie weit verbreitet.

Das Arztmobil bietet Hilfe. Kärsten greift in ein Regal und zieht eine Medikamentenschachtel. „Drei Mal täglich eine Tablette“, gibt er Theo M. mit auf den Weg. Kostenlos. Die Medikamente sind zumeist von Apotheken und Pharmaunternehmen gespendet. Auch für andere Notfälle sind Kärsten und seine Kollegen in dem rollenden Behandlungszimmer gerüstet. Offene Wunden, Eiterherde, chronische Bronchitis sind keine Seltenheit bei ihren bis zu 15 Klienten pro Stopp. Schwere Fälle überweisen sie an Fachkollegen weiter, die auch nichtversicherte Patienten behandeln.

Denn die Schwellen „normaler“ Arztpraxen sind für die meisten obdachlosen Menschen in der Regel zu hoch. Wer auf der Straße lebt, unterscheidet sich in Aussehen und Geruch, so, dass die anderen im Wartezimmer zumindest die Nase rümpfen, wenn nicht mehr. Allein die Aussicht auf solche Reaktionen hält die meisten ab, die es eigentlich bitter nötig hätten. So bleibt das Arztmobil in Berlin wie auch in Essen, Hamburg, Mainz oder München oft die einzige Rettung. „Ohne uns würden viele durchs Netz fallen“, sagt Kärsten.

Mehrmals in der Woche ist der weiße Kleinbus mit dem typischen roten Flammenkreuz der Caritas auf einer festen Route unterwegs. Halt macht es etwa bei Notunterkünften sowie den Suppenküchen der katholischen Kreuzberger Kirchengemeinden Sankt Marien-Liebfrauen und in der evangelischen Heilig-Kreuz-Kirche. In diesem Winter hat sich oft schon eine zitternde Patientenschar eingefunden.

„Es sind immer soziale Probleme, die die Leute so weit bringen. Sie fangen an zu trinken, um das zu verarbeiten, und irgendwann kommen sie zu uns“, sagt Theresia Böhm. Seit einigen Jahren trägt sie statt des weißen Dresses einer OP-Schwester eine leuchtend rote Schutzjacke mit der Aufschrift „Medical Streetwork“. Den Sorgen und Nöten ihrer Klienten bringt sie viel Verständnis entgegen - und lässt sich doch nicht an der Nase herumführen. „Vom Kaffee allein bestimmt nicht“, hält sie Theo M. entgegen, als er sich ganz und gar ahnungslos gibt, was seinen Blutdruck zusätzlich in die Höhe treiben könnte.

Doch auch ein scheinbar unbedeutendes Geplänkel wie dieses gehört für Schwester Theresia zum Geschäft. „Unsere Leute benutzen das Arztmobil auch mal, um sich was von der Seele zu reden. Das zeigt, dass sie ein gewisses Vertrauen zu uns haben“.

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