Thomas Pletzinger über sein Jahr im Team von Alba Berlin
„Gentlemen, wir leben am Abgrund“
„Sport ist eine große Metapher für das Leben. Basketball ist rührend, bewegend und groß. Immer wieder neu und unvorhersehbar“. Für Thomas Pletzinger spiegelt der Profibasketball das Drama des Lebens. „Da gibt es große Trauer, großen Jubel, Enthusiasmus. Es geht sehr körperlich zu, es gibt Verletzungen, es gibt Tränen. Das kommt alles im Leben auch so vor“. mehr...
Sendedatum: 9.2.2012
Edith Stein – ein spiritueller Weg unserer Zeit
„Ich rief aus dunkler Nacht“
„Laß uns nicht richten, daß wir nicht gerichtet werden! Uns alle trügt der Dinge Schein. Wir sehen Rätselbilder hier auf Erden, Der Schöpfer einzig kennt das wahre Sein!“ mehr...
Sendedatum: 3.2.2012
Antje Ravic Strubel über den Skandal einer Liebe
„Sturz der Tage in die Nacht“
„Ich stecke in der Rolle des Suchenden fest,“ denkt der junge Erik zu Beginn des Romans „Sturz der Tage in die Nacht“ von Antje Ravic Strubel. Erik ist Mitte Zwanzig, als er im Sommer auf die kleine schwedische Vogelschutzinsel Stora Karlsö kommt. Dort verliebt er sich in die Vogelforscherin Inez. Was aber wie eine leichte, flirrende Liebesgeschichte beginnt, wird zu einem unheimlich abgründigen Liebesabenteuer. mehr...
Sendedatum: 27.1.2012
Professor Georg Langenhorst über Gott und Jesus in Kinderbüchern
„Warum hat Jesus Aua?“
Lang war es still um Gott und Religion in der Kinder- und Jugendbuchliteratur. Seit den sechziger Jahren scheuten sich Kinderbuchautoren, das Thema Religion in ihren Büchern aufzugreifen. Das hat sich in den neunziger Jahren geändert. „Heute taucht Gott in den Kinderbüchern erstaunlich bunt, erstaunlich vielfach und erstaunlich unterschiedlich auf,“ sagt Georg Langenhorst. mehr...
Sendedatum: 8.1.2012
Judith Schalansky über die Grenzen der Naturwissenschaften
„Der Hals der Giraffe – Bildungsroman“
„Es gibt immer wieder Dinge, die wir nicht einordnen können und die uns in unserem Menschsein herausfordern“. Judith Schalansky erzählt in ihrem Roman: „Der Hals der Giraffe“ von einer Biologielehrerin, die scheitert, weil sie alles einordnen will. Ihre Schüler kommen in Schulbladen, das ganze Leben sortiert sie nach den Gesetzen der Naturwissenschaften, denn „was gibt es anderes als das Hier?“ Für die Lehrerin Inge Lohmark zählt nur das „Hier“. Der Mensch ist doch nur ein Säugetier unter vielen anderen Tieren, denkt sie. Kulturelle Traditionen und religiöse Verankerungen gibt es für die strenge Lehrerin nicht. Was allein zählt, sind die Gesetze der Natur. „Der Leistungswille lag nun mal in der Natur des Menschen. Und den Naturgesetzen war nicht zu entkommen. Nur der Wettbewerb hielt uns am Leben. An Überforderung war noch niemand gestorben. Ganz im Gegenteil.“ Nach diesen Prinzipien behandelt sie auch ihre Schüler. mehr...
Sendedatum: 20.12.2011
Christoph Hein über Gescheite, die scheitern
Weiskerns Nachlass
„Es gibt eine Grenze, über die ich nicht hinwegkomme. Eine Grenze der Herkunft, oder ich sollte besser sagen: Mir fehlt die Tradition, es zu verstehen“. Rüdiger Stolzenburg sagt das. Er ist der Romanheld in Christoph Heins neuem Buch „Weiskerns Nachlass“. Der Uni-Dozent Rüdiger Stolzenburg sucht nach dem Sinn des Lebens und interessiert sich für den Zen-Buddhismus. Aber er sieht ein, dass ihm „bestimmte Dinge verborgen bleiben“, weil er im christlichen Abendland aufgewachsen ist und diese Herkunft seine Identität bestimmt. mehr...
Sendedatum: 16.12.2011
Der zweite Weltkrieg aus der Sicht deutscher Soldaten
„Der Führer war wieder viel zu human, viel zu gefühlvoll“
„Die katholischen Wehrmachtssoldaten sind beim Töten und Morden im zweiten Weltkrieg genauso dabei, denn das militärische Wertesystem, die Aufgaben, die erfüllt werden müssen, das Töten für eine größere Aufgabe zum Wohlsein des Volkes war stärker als das christliche Wertesystem.“ Professor Sönke Neitzel hat zusammen mit Professor Harald Welzer 150.000 Seiten Abhörprotokolle des britischen und amerikanischen Geheimdienstes aus dem zweiten Weltkrieg ausgewertet. mehr...
Sendedatum: 1.12.2011
Angelika Klüssendorf über „Das Mädchen“
Flucht aus einer Kindheitshölle
Sie wird geschlagen, gedemütigt, gequält. Ihre allein erziehende Mutter ist eine Sadistin, ein Muttermonster. Angelika Klüssendorf entwirft in ihrem Roman „Das Mädchen“ eine Kindheitshölle. „Sie wird nie entkommen können,“ heißt es zu Beginn des Romans, aber die Autorin macht hinter diesen Satz ein Fragezeichen, denn das Mädchen hat einen ungeheuren Widerspruchsgeist in sich. Sie lernt sich zu wehren, sie entwickelt gegen die Quälerei der Mutter ein eigenes Selbstbewußtsein. mehr...
Sendedatum: 27.11.2011
Charles Lewinsky über Kurt Gerron
Eine Gewissensentscheidung
„Wir Nachgeborenen, die nie vor solchen Entscheidungen standen, haben nicht das Recht, diese Leute zu verurteilen. Wir können nur versuchen zu beschreiben, wie es war und zu erinnern, wie es war.“ Der Schweizer Autor Charles Lewinsky erinnert in seinem neuen Roman: „Gerron“ an den jüdischen Schauspieler, Sänger und Regisseur Kurt Gerron. mehr...
Sendedatum: 17.11.2011
Marlene Streeruwitz über Orientierungslosigkeit und autoritäre Systeme
„Das 20. Jahrhundert hat die Familien zerstört“
„Wir sind heute zunehmend instabil und sehr geworfen“. Marlene Streeruwitz sagt, das 20. Jahrhundert habe die Familien zerstört: „Wir leben nicht mehr aus den Erfahrungen unserer Großeltern und Eltern. So beginnt das Leben heute immer wieder bei null, und daher werden alle Fehler immer wieder neu durchlaufen.“ In ihrem Roman „Die Schmerzmacherin“ erzählt die Autorin vom Leben der 25jährigen Amy, eine „ins Leben geworfene“ intelligente, hübsche Frau, die ihr BWL-Studium abgebrochen hat und nun die autoritäre Ausbildung in einer Sicherheitsfirma beginnt. mehr...
Sendedatum: 10.11.2011