Antje Ravic Strubel über den Skandal einer Liebe
„Sturz der Tage in die Nacht“
„Ich stecke in der Rolle des Suchenden fest,“ denkt der junge Erik zu Beginn des Romans „Sturz der Tage in die Nacht“ von Antje Ravic Strubel. Erik ist Mitte Zwanzig, als er im Sommer auf die kleine schwedische Vogelschutzinsel Stora Karlsö kommt. Dort verliebt er sich in die Vogelforscherin Inez. Was aber wie eine leichte, flirrende Liebesgeschichte beginnt, wird zu einem unheimlich abgründigen Liebesabenteuer. mehr...
Sendedatum: 27.1.2012
Christoph Hein über Gescheite, die scheitern
Weiskerns Nachlass
„Es gibt eine Grenze, über die ich nicht hinwegkomme. Eine Grenze der Herkunft, oder ich sollte besser sagen: Mir fehlt die Tradition, es zu verstehen“. Rüdiger Stolzenburg sagt das. Er ist der Romanheld in Christoph Heins neuem Buch „Weiskerns Nachlass“. Der Uni-Dozent Rüdiger Stolzenburg sucht nach dem Sinn des Lebens und interessiert sich für den Zen-Buddhismus. Aber er sieht ein, dass ihm „bestimmte Dinge verborgen bleiben“, weil er im christlichen Abendland aufgewachsen ist und diese Herkunft seine Identität bestimmt. mehr...
Sendedatum: 16.12.2011
Angelika Klüssendorf über „Das Mädchen“
Flucht aus einer Kindheitshölle
Sie wird geschlagen, gedemütigt, gequält. Ihre allein erziehende Mutter ist eine Sadistin, ein Muttermonster. Angelika Klüssendorf entwirft in ihrem Roman „Das Mädchen“ eine Kindheitshölle. „Sie wird nie entkommen können,“ heißt es zu Beginn des Romans, aber die Autorin macht hinter diesen Satz ein Fragezeichen, denn das Mädchen hat einen ungeheuren Widerspruchsgeist in sich. Sie lernt sich zu wehren, sie entwickelt gegen die Quälerei der Mutter ein eigenes Selbstbewußtsein. mehr...
Sendedatum: 27.11.2011
Julia Franck über den Sinn des Lebens, die Liebe und den Tod
„Rücken an Rücken“
„Ich empfinde es als etwas Mangelhaftes in mir, nicht zu glauben. Der Glauben scheint mir aber nicht einfach zu erlernen - wie zum Beispiel Mathematik.“ Bis zu ihrem achten Lebensjahr wuchs Julia Franck in Ost-Berlin, in einer vom atheistischen Sozialismus geprägten Welt auf. Schon ihre Mutter sei atheistisch sozialisiert, habe aber eine „wahnsinnige Sehnsucht gehabt zu glauben.“ mehr...
Sendedatum: 6.11.2011
Stefan Moster über seinen Roman „Lieben sich zwei“
Wenn der Kinderwunsch unerfüllt bleibt
Ines und Daniel gehören zu den Gewinnern im Leben. Sie haben Traumjobs, sie leben in der edlen Hamburger HafenCity in einer perfekten Wohnung, sie lieben sich. Alles in ihrem Leben läuft für die beiden Aufsteiger aus der Pfalz nach Plan. Doch dann zerbricht die schöne Wohlstandshülle. mehr...
Sendedatum: 30.10.2011
Barbara Honigmann sucht in „Bilder von A.“ eine Idee für die Liebe
„Die Liebe sollte mehr als Theater sein - eine Aufgabe.“
„Aber heute weiß ich nicht mehr - unsere ungeregelte, ungelöste und unlösbare Bindung, war es Liebe oder war es Theater“. Am Ende ihres Romans „Bilder von A.“ stellt Barbara Honigmann diese Frage. Was also war oder ist diese Liebe? mehr...
Sendedatum: 6.10.2011
Alex Capus über seinen Roman „Leon und Louise“
Heiße Leidenschaft und alte Liebe
„Es ist eine Illusion, wenn jemand glaubt, dass er dauernd ein neues Leben anfangen kann.“ Alex Capus hat einen Roman über „Treue, Anstand und Wahrhaftigkeit“ geschrieben, einen Liebesroman, eine Dreiecksgeschichte. Aber hier geht es nicht um eine Affäre, um Betrug und Lüge. Hier geht es um mehr, um die Wahrheit des Lebens. Leon und Louise sind jung und lieben sich. Im Ersten Weltkrieg zerstört ein Fliegerangriff ihre Liebe, sie werden auseinander gerissen, wähnen sich tot. Zehn Jahre später treffen sie sich wieder, doch da hat Leon bereits eine andere Frau geheiratet. Leon und Louise lieben sich immer noch, ihre Liebe ist unsterblich, doch Leon verlässt seine Frau nicht, er bleibt ihr treu. mehr...
Sendedatum: 16.9.2011
Jo Lendle über den Polarforscher Alfred Wegener
„Alles Land“
Kein Horizont. Keine Farben. Kein Licht. Schneestürme. Ewiges Eis. Der Polarforscher Alfred Wegener suchte die Einsamkeit der Eiswüste. In seinem Roman „Alles Land“ läßt der Autor Jo Lendle den berühmten Meteorologen, Polar- und Geowissenschaftler „ins Nichts schauen“. Dort erlebt Wegener „ein Gefühl von Verlassenheit, welches jede Möglichkeit von Trost so vollständig ausschloss, dass nichts zurückblieb als eine klare glänzende Nüchternheit.“ mehr...
Sendedatum: 2.9.2011
Von Island nach Rom. Eine abenteuerliche Pilgerfahrt.
„Morgengebet“
Thor Vilhjalmsson ist ein großer Erzähler aus Island. In seinem Roman „Morgengebet“ schickt er den Helden Sturla auf eine wilde Reise durch das Europa des beginnenden 13. Jahrhunderts. mehr...
Sendedatum: 31.7.2011
Der Schweizer Autor Peter Stamm über Selbsterkenntnis und Demut
„Zum Glück muss es keine Erlösung auf Erden geben“
„Ich war gerade im Kölner Dom und habe gemerkt, wie hinter jeder Statue und hinter jedem Detail eine riesige Geschichte steckt“. Der Schweizer Autor Peter Stamm findet es beruhigend, dass er die Welt nicht begreifen kann: „Man kriegt so eine Art Demut, wenn man sieht, ich bin nur ein unendlich winzig kleiner Teil von Allem. Diese Kleinheit hat deswegen etwas beruhigendes, weil man auch nicht mehr für alles Verantwortung tragen muss“. mehr...
Sendedatum: 12.7.2011