Weltjugendtag – Mein Fazit

Father Liem aus Australien und Stefan Lesting von domradio.de im Hauptbahnhof von Madrid

Der Weltjugendtag in Madrid ist vorbei und es ist auch aus meiner Sicht Zeit für ein Fazit. Kurz ausgedrückt “der WJT war eine super Erfahrung”!

Meine absoluten Highlights waren direkt nach der Ankunft das Ausprobieren sehr vieler Metro-Stationen in Madrid, da ich ständig falsch von den Leuten geschickt wurde. Das absolut positive an vier Stunden durch Madrid fahren und sämtliche U-Bahnen auszuprobieren war, dass ich in den darauf folgenden Tagen kein einziges Mal mehr falsch gefahren bin.

Sehr toll fand ich auch das Essenssystem, dass es uns Pilgern erlaubte mit Gutscheinen in vielen Restaurants ein Pilgermenü zu uns zu nehmen. Auch die Verpflegung auf dem Abschlussgelände war super, denn dort bekam jeder ein überdimensioniertes Lunchpaket, was im Vergleich zu Köln total super war. Chips und Snacks inklusive.

Was mich ein wenig gestört hat, das war in der Tat die Wasserversorgung, doch lag dieses eher daran, dass ich an den falschen Stellen gesucht habe. In den Parks waren definitiv zu wenig Wassernachfüllstationen vorhanden. In der Stadt konnte man bei jedem WJT-Restaurant kostenlos Wasser nachfüllen lassen – leider hat das WJT-Büro es versäumt dieses zu kommunizieren. Zu der Wasserversorgung bei der Abschlussveranstaltung brauch ich nichts mehr zu sagen, das war nicht in Ordnung.

Sehr positiv fand ich es auch, dass man in den Nächten noch mit den Busfahrern verhandeln konnte Haltestellen anzufahren, die nicht mehr auf dem Plan standen. So hab ich es jeden Abend hin bekommen noch mitten in der Nacht in meine Gruppenunterkunft zu gelangen.

Unproblematisch war es auch in meiner Unterkunft auch nach einem anfänglichen Schock am ersten Morgen neben rund 150 Italiener aufzuwachen. Die Italiener haben sich aber relativ gut benommen, Duschen war unproblematisch möglich, die Frühstücksverpflegung ebenfalls mit einem Gebäckteilchen und Getränken – jedenfalls für mich als nicht Frühstücksesser war es vollkommen ausreichend.

Bei den Großveranstaltungen fand ich die Aufteilung gerade was die Videoleinwände und den Sound betraf auch gut. Die Zeitverzögerung, die durch die Signalübertragung entstanden ist fand ich im Bereich des Akzeptablen. Nicht so toll war da eher, dass es so gut wie nie Übersetzungen gab, das galt sogar fürs Englische. Die Veranstalter haben damit zwar politisch Größe gezeigt, aber es wäre mehr Stimmung aufgekommen bei den Großveranstaltungen wenn die vielen Menschen auch verstanden hätten worum es geht. So stand der Papst vor allem im Vordergrund, denn das Gesicht kannte jeder Teilnehmer und Benedetto-Rufe klingen überall auf der Welt ähnlich.

Der kritische Tagesschaukommentar ist auf diese Weise auch zu verstehen, doch was dieser nicht sehr gut zum Ausdruck bringt ist, dass es auch neben den Großveranstaltungen viele Begegnungen zwischen den Jugendlichen selbst gab.

So habe ich, wie auch viele anderen Jugendlichen, fast jeden Tag im Park Siesta gemacht und dort Pilger von überall auf der Welt getroffen. Da gab es ganz bewusste Treffen oder ein gezieltes aufeinander zugehen, aber auch ganz beiläufige Begegnungen, wenn zum Beispiel singende Pilgergruppen an einem vorbei gezogen sind.

Abschließend möchte ich eine für mich noch sehr wichtige Begegnung schildern, die unmittelbar am Tag nach dem WJT stattgefunden hat. Ich wusste, dass Fr. Liem ein Bekannter von mir aus Sydney am Weltjugendtag teilgenommen hat und irgendwie wollten wir uns eigentlich schon die ganze Zeit in Madrid treffen. Am Abend der Abschlussveranstaltung fiel mir auf, dass wir beide uns irgendwie noch nicht zusammengefunden hatten und so schrieb ich ihm kurz vorm zu Bett gehen noch eine Nachricht über Facebook. Am Montagmittag sah ich dann die Antwort. Liem war auf dem Weg nach Barcelona, also fast.. er saß gerade noch am Hauptbahnhof und wartete auf seinen Zug, der in 1,5 Stunden gehen sollte.

Ich griff zum Telefon und erreichte ihn kurzerhand noch und verabredete mich mit ihm, dass ich den Weg noch zum Hauptbahnhof auf mich nehmen würde. Rund 45 Minuten und einige Metrostationen später war ich dann am Bahnhof – Glück gehabt.. für ein kurzes Treffen hat es gereicht bis er durch die Sicherheitsschleuse musste.. spätestens in Rio gibt es dann hoffentlich das nächste Treffen!

Über den Autor - Stefan Lesting

Stefan Lesting war in den Jahren 2010 und 2011 bei domradio.de für die Online Entwicklung und den Social Media Bereich zuständig.
Dieser Beitrag wurde unter Weltjugendtag abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.