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Papst Benedikt XVI.

15.1.2012

Papst fordert menschlichen Umgang mit Migranten und Flüchtlingen

Weltflüchtlingstag 2012

Mehr menschliche Achtung für Migranten und Flüchtlinge hat Papst Benedikt XVI. gefordert. Es gehe nicht um Nummern und Zahlen, sondern um Männer und Frauen, um Kinder, Jugendliche und Alte, die einen Ort suchten, wo sie in Frieden leben könnten, betonte der Papst am Sonntag aus Anlass des katholischen Weltflüchtlingstages 2012 auf dem Petersplatz.

Papst Benedikt XVI.  (© dapd )

Papst Benedikt XVI. (© dapd)

Das Phänomen von Millionen Migranten und Flüchtlingen sei auch eine Herausforderung für die Kirche und ihre Neuevangelisierung, unterstrich der Papst. Der Welttag steht in diesem Jahr unter dem Thema "Migrationen und Neuevangelisierung". Migranten sollten nicht nur Adressaten und Empfänger von Missionierung sein, sondern auch Akteure. Es sei ihre Aufgabe, das Evangelium in der heutigen Welt zu verkündigen und weiterzugeben. Ausdrücklich begrüßte Benedikt XVI. dabei eine große Gruppe von Migranten aus Rom, die zum päpstlichen Mittagsgebet auf den Petersplatz gekommen war; sie dankten ihrerseits dem Papst für seinen Appell.

Verständnis und Aufnahmebereitschaft
Bereits in seiner im Oktober veröffentlichten Botschaft zum Weltflüchtlingstag hatte Benedikt XVI. zu einem humanen Umgang mit Flüchtlingen aufgerufen. "Die Flüchtlinge, die um Asyl bitten und vor Verfolgung, Gewalt und lebensbedrohlichen Situationen geflohen sind, brauchen unser Verständnis und unsere Aufnahmebereitschaft", hob er hervor.

Besonders forderte der Papst in seiner Botschaft die Ortskirchen auf, christlichen Migranten zu helfen, an ihrem Glauben auch in einer fremden Kultur festzuhalten. Dies gelte insbesondere für Menschen, die in christlich geprägten Völkern aufgewachsen seien und in Länder auswanderten, in denen Christen eine Minderheit bildeten oder in denen Glaubenstradition "zu einem kulturellen Faktor reduziert wurde". Zudem solle die christliche Botschaft auch jenen Migranten verkündet werden, die bislang noch nicht mit ihr in Kontakt gekommen seien. Dafür brauche es "neue Sprachen und Methoden".