17.9.2011
Die Vorbereitungen auf die Berliner Papstmesse laufen auf Hochtouren
Gottesdienst der Superlative
Zudem beteiligen sich 1.500 Ministranten, 750 Chorsänger und 600 Priester. Viele Millionen Zuschauer können das Ereignis weltweit am Fernseher mitverfolgen. Kurzentschlossene haben keine Chance mehr, ein Ticket für das Stadion zu ergattern. "Es ist seit einigen Tagen ausgebucht", gab der Koordinator des Erzbistums für Großveranstaltungen, Thomas Wiese, jetzt vor Journalisten bekannt. Eine Übertragung des Gottesdienstes auf das angrenzende Gelände sei nicht geplant. Inzwischen hat das Erzbistum auch damit begonnen, die Einlasskarten an die Gläubigen zu verschicken. Die Tickets sollen gleich mehrfach fälschungssicher sein.
Mit einem solchen Ansturm hatten die Planer der Papstmesse in der Hauptstadt nicht gerechnet. Als klar wurde, dass viel mehr als die ursprünglich veranschlagten 35.000 Teilnehmer kommen würden, gaben sie dem Stadion den Vorzug gegenüber dem Vorplatz des Charlottenburger Schlosses.
Generalvikar Ronald Rother stellte nun auch die Pläne für die Altarinsel vor. Nach den Entwürfen wird sie wie beim Besuch von Papst Johannes Paul II. vor dem Marathontor errichtet. Dort allerdings nicht auf dem Plateau, sondern auf halber Höhe, über dem Toreingang. Rother, im Erzbistum für die Koordination des Besuchs verantwortlich, erläutert, dass die Bühne Motive des Papstlogos und dessen Farben - schwarz, rot, gelb - aufnimmt. Auf dem rund 250 Quadratmeter großen, mit einem Dach aus Milchglas überspannten Komplex werden während der Messe etwa 30 Geistliche und Ministranten agieren. Der Papst gelangt mit einem Fahrstuhl auf die Altarinsel.
Flaschen und Brotbüchsen sind verboten
Unter den 10.000 Teilnehmern, für die Plätze im Innenraum des Stadions vorgesehen sind, gehören die Spitzenvertreter aus Politik und Kirche. So werden Bundespräsident Christian Wulff und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erwartet. Da das Spielfeld nicht eigens überdacht wird, müssen sie bei Regen auf eigens georderte Capes zurückgreifen.
Auch für die rund 430 angemeldeten Rollstuhlfahrer hat das Erzbistum gesorgt: Da die behindertengerechten Plätze im Stadion nicht ausreichen, werden zusätzlich Podeste an der Ostkurve aufgebaut. Rund 300 Sanitäter sind während des Gottesdienstes im Einsatz.
Die Besucher können bereits drei Stunden vor Beginn des Gottesdienstes in das Stadion. Wie bei einem Bundesligaspiel gibt es an den Eingängen dann Taschenkontrollen. "Verboten ist alles, was zu Wurfgeschossen umfunktioniert werden kann", erklärt Rother. "Also auch Flaschen und Brotbüchsen." Im Stadion können sie dann auf vier Großbildschirmen die Rede des Papstes im Bundestag verfolgen, die der Messe vorausgeht. Auf einer Vorbühne unmittelbar vor der Altarinsel wird bis zum Beginn der Messe um 18.30 Uhr zudem ein Vorprogramm mit Interviews und Musik von Chören und Bands geboten. Dort wird der Papst sich auch in das Goldene Buch der Stadt eintragen.
Eine Runde auf der blauen Tartanbahn
Bereits am 12. September haben die Vorarbeiten begonnen. Für das Bundesligaspiel werden die Arbeiten am Samstag (17.09.2011) unterbrochen, anschließend dann bis Dienstagabend fortgesetzt. Danach stehen Kontrollen des Areals - für den Papst gilt die höchste Sicherheitsstufe - sowie die ersten Proben an.
Wiese ist optimistisch, dass die für das Erzbistum Berlin veranschlagten Kosten des Besuchs in Höhe von 3,5 Millionen Euro nicht überschritten werden. "Nach bisherigen Planungen bleiben wir deutlich darunter", meint er. Mit rund 400.000 Euro schlägt der Altar als größter Posten zu Buche. Fast ebensoviel macht die Tontechnik aus. Dazu kommen weitere Posten wie die Abdeckung des Rasens, die Bestuhlung des Spielfelds und die Messgewänder.
Das Olympiastadion kann noch mit einer weiteren Besonderheit aufwarten: Nur dort kommt in Berlin das "Papamobil" zum Einsatz. Vor der Messe wird Benedikt XVI. eine Runde auf der blauen Tartanbahn drehen.
( Birgit Wilke / kna )