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Evangelium

Pfarrvikar Ulrich Filler Donnerstag,
24. Mai
Joh 17,20-26 mit Auslegung mit Pfarrvikar Ulrich Filler

Pfarrvikar Ulrich Filler


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Bachkantate

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Sie hören eine Kantate in voller Länge sowie einen erläuternden Beitrag von  Daniel Detambel.

Außerdem senden wir für Sie vor dem Gottesdienst am Sonntag, um 9.50 Uhr,
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211.12.2011

BWV 61: „Nun komm, der Heiden Heiland“

3. Adventssonntag

Das Lied, mit dem Johann Sebastian Bach seine heutige Kantate beginnen lässt, war jahrhundertelang in der lutherischen Kirche das Hauptlied der Adventszeit: „Nun komm, der Heiden Heiland“. Heute im katholischen Gebet- und Gesangbuch „Gotteslob“ in leichter Abwandlung von Text und Melodie unter der Überschrift „Komm du Heiland, aller Welt“ zu finden. Der Text stammt von Erdmann Neumeister. Der Inhalt: Das Kommen des Heilands bringt uns täglich neuen Segen. Daran knüpft sich die Bitte, Jesus möge zu seiner Kirche, also zu seiner Gemeinde kommen und in das Herz des einzelnen Christen einziehen. Trotz der Sündhaftigkeit.

Der Eingangssatz ist eine Kombination von Choralbearbeitung und französischer Ouvertüre. Und das nicht zufällig: Denn die Ouvertüre eröffnet das Kirchenjahr, das ja mit dem Advent beginnt. Und in der französischen Oper ist die Ouvertüre das Stück während dessen der König seine Loge zu betreten pflegte. Und auch in dieser Kantate „Nun komm der Heiden Heiland“ , geht es ja darum, einen einziehenden König zu begrüßen:

Der zweite Satz beginnt als schlichtes nur von Continuo-Akkorden begleitetes Rezitativ, geht aber nach wenigen Takten in ein Arioso über. Ganz in Entsprechung zum Text, in dem es heißt: „Du kommst und lässt dein Licht, mit vollem Segen scheinen.“

Der dritte Satz, die Tenor-Arie, ist vor allem durch häufige Wiederholungen gekennzeichnet. Immer wieder die Bitte, Jesus möge doch zu seiner Kirche kommen, in seiner Gemeinde Einzug halten.

Den eigentlichen Höhepunkt des Werkes bildet der 4. Satz. Durch gezupfte Streicherakkorde wird der Eindruck des „Anklopfens“ hervorgerufen. Die Wahl der Basslage für die Singstimme ist auch nicht zufällig: Denn der Bass war schon immer die Stimme Christi. Das Rezitativ ist ein Bibelwort aus dem 3. Kapitel der Johannesoffenbarung. „Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an“.

Die folgende Sopran- Arie, der fünfte Satz ist nur vom Continuo begleitet, lässt also der Singstimme um so größere Entfaltungsmöglichkeiten.

Den Schlusschoral bildet der letzte Teil der letzten Strophe des Liedes von Phillip Nicolai aus dem 16 . Jahrhundert: „Wie schön leuchtet der Morgenstern“. Von Bach fünfstimmig vertont, schwingen sich die Violinen zum Schluss in adventlichem Jubel in die höchsten Höhen.

Bach hat seine Partitur mit 1714 datiert, das heißt: Die Kantate des heutigen Sonntags ist noch zu seiner Zeit in Weimar entstanden, ist dann aber auch in seiner Leipziger Zeit, also in den Jahren ab 1723,  noch öfter aufgeführt worden.

BWV 61: Nun komm, der Heiden Heiland. Tölzer Knabenchor und Concentus musicus Wien. Leitung Nikolaus Harnoncourt.  
Quelle: Alfred Dürr: Die Kantaten von Johann Sebastian Bach. Bärenreiter 1995.

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