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Evangelium

Pfarrvikar Ulrich Filler Donnerstag,
24. Mai
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Pfarrvikar Ulrich Filler


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Bachkantate

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Sie hören eine Kantate in voller Länge sowie einen erläuternden Beitrag von  Daniel Detambel.

Außerdem senden wir für Sie vor dem Gottesdienst am Sonntag, um 9.50 Uhr,
einen Beitrag und einen besonderen Musikausschnitt aus der Kantate.


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24.12.2011

BWV 7

2. Advent

Bei der Kantate des heutigen Sonntags handelt es sich um eine sogenannte Choralkantate. Johann Sebastian Bach nimmt einen bekannten Kirchenchoral, nämlich Martin Luthers Tauflied „Christ unser Herr zum Jordan kam“, behält die erste und letzte Strophe wörtlich bei, während er die Strophen 2 bis 6 so umdichtet, dass Sie den Formgesetzen einer Kantate entsprechen. Ursprünglich hat Bach hat diese Kantate für den 24. Juni 1724 komponiert, für das Fest Johannes des Täufers. Aufgrund der Thematik passt die Kantate aber auch sehr gut in die Adventszeit. Denn die Taufe Jesu durch Johannes den Täufer ist ja eine zentrale Glaubensaussage dieser Zeit.

Der bedeutsamste Satz des Werkes ist der Eingangschor. Die Melodiestimme liegt im Tenor, die übrigen Singstimmen umrahmen die in langen Notenwerten gesungene Choralmelodie in freiem und lebhaftem Satz. Ebenfalls sehr selbständig ist der Orchestersatz geführt, der fast an ein Violinkonzert erinnert. Die Solovioline macht durch die schnellen Figuren das Wellenspiel des Jordanflusses hörbar.

In den drei Arien der Kantate erfährt die Besetzung eine allmähliche Steigerung: Satz 2 ist eine Continuo-Arie: Die Wahl der Basslage für die Singstimme sagt offenbar aus, dass Jesu selbst - vielleicht auch Johannes der Täufer - den Zuhörer aufruft, die Bedeutung der Taufe zu erkennen, während die herabstürzenden schnellen Läufe im Continuo das Gießen des Taufwassers andeuten.

Die zweite Arie, zu der ein Rezitativ hinleitet, hat tänzerischen Charakter. Zwei  Soloviolinen umspielen die Singstimme, die ihrerseits den einzelnen Textwendungen ausdeutend nachgeht und auf „mit Blut erkauft“ eine chromatische absinkende Melodielinie vorträgt:

Satz 5 beginnt als Rezitativ, von kurzen Streicherakkorden begleitet. Der Taufbefehl jedoch - Geht hin in alle Welt - der die zweite Hälfte des Satzes bildet, ist als Arioso vertont und dadurch in seiner Bedeutung für die christliche Heilslehre hervorgehoben.

Ungewöhnlich von ihrer Form her ist die letzte Arie, die von den oboenverstärkten Streichern begleitet wird. Sie gehört dem Typus der Cavata an, da sie die konzertante Virtuosität der neapolitanischen Dacapo-Arie durch liedhafte, dem Arioso nahestehende Struktur ersetzt.

Mit einem einfacher Choralsatz lässt Bach seine Kantate enden.

BWV 7 „Christ unser Herr zum Jordan kam“.
King´s College Choir Cambridge, Leonhardt-Consort,
Leitung: Gustav Leonhardt.

Quelle/ Literatur: Alfred Dürr: Die Kantaten Johann Sebastian Bachs. Bärenreiter, 1995

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