BWV 144
Septuagesimae
„Nimm was dein ist, und gehe hin“: So die Überschrift der Kantate Bachwerkeverzeichnis 144, die Bach im Jahr 1724, seinem ersten Jahr als Thomaskantor in Leipzig aufgeführt hat. Der Dichter knüpft an die Evangelienlesung vom Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg an: Der Weinbergsbesitzer heuert zu verschiedenen Tageszeiten Arbeiter für seinen Weinberg an. Der eine beginnt früh am morgen, der andere erst gegen Mittag. Als dann am Abend jeder denselben Lohn bekommt, stößt das zum Teil auf Unverständnis und Widerstand. Diesem Gleichnis entnimmt der Kantatendichter jedoch die nur ein wenig oberflächliche Mahnung, man solle Genügsamkeit üben, sich mit seinem Los zufrieden geben und sich Gottes Willen fügen. mehr...
Sendedatum: 5.2.2012
BWV 84
Letzter So. n. Epiphanie
„Ich bin vergnügt mit meinem Glücke“: Es war der 9. Februar 1727, also heute vor 276 Jahren, als Johann Sebastian Bach diese Kantate zum ersten Mal aufgeführt hat. Textliche Grundlage ist das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg: Alle fangen sie zu unterschiedlichen Zeiten an zu arbeiten, aber am Ende des Tages gibt ihnen der Weinbergsbesitzer denselben Lohn. Denn, so sagt er: „Darf ich mit dem, was mir gehört, nicht tun, was ich will? So werden die Letzten die Ersten sein und die Ersten die Letzten.“ mehr...
Sendedatum: 29.1.2012
BWV 111
3. So. n. Epiphanie
Johann Sebastian Bach hat die Choralkantate „Was mein Gott will, das gscheh allzeit“ im Jahr 1725 komponiert. Bemerkenswert ist, dass der Text nur eine geringe Verbindung zum Sonntagsevangelium darstellt, indem zur Zeit Bachs am heutigen Sonntag das Evangelium von der Heilung des Aussätzigen zu hören war. Stattdessen werden andere Bibelstellen berührt. So zieht der unbekannte Textautor zu den Liedworten „wenn’s ihm gefällt, will ich ihm halten stille“ das Beispiel des Propheten Jona heran, der sich vergeblich dem Herrn zu entziehen suchte. Letztlich beruht die Verbindung des Kantatentextes zum Evangelium des Sonntags vor allem in dem gemeinsamen Gedanken, dass der Christ sich in Gottes Willen zu fügen habe. mehr...
Sendedatum: 22.1.2012
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BWV 3
2. So. n. Epiphanie
Zur Zeit Johann Sebastian Bachs war am heutigen Sonntag im Gottesdienst das Evangelium von der Hochzeit zu Kanaa zu hören. Folgendes wird berichtet: Der Wein geht bei der Feier zur Neige und Maria bittet Jesus, dem Hochzeitspaar aus dieser Peinlichkeit zu helfen. Und so wandelt Jesus Wasser in Wein. mehr...
Sendedatum: 15.1.2012
BWV 124
1. So. n. Epiphanie
Im Evangelium am 1. Sonntag nach Epiphanie war zu Bachs Zeiten der Bericht vom zwölfjährigen Jesu im Tempel zu hören: Jesus und seine Eltern hatten sich zum Paschafest auf den Weg nach Jerusalem gemacht, feierten dort und als es sie wieder nach Hause aufbrechen wollten, war Jesus auf einmal verschwunden. Nach langem Suchen finden Josef und Maria ihn endlich im Tempel. mehr...
Sendedatum: 8.1.2012
BWV 41
Neujahr
„Jesu, nun sei gepreiset“: So hat Johann Sebastian Bach seine Kantate für den heutigen Neujahrstag überschrieben. Und bei dieser Kantate handelt es sich um eine sogenannte Choralkantate, d.h., Bach nimmt ein bekanntes Kirchenlied zur Grundlage seiner Komposition. Im konkreten Fall das dreistrophige Neujahrslied von Johannes Hermans, das dieser 1593 komponiert hat. Das Lied scheint in Leipzig damals sehr beliebt gewesen zu sein, denn Bach verwendet es in drei seiner Neujahrskantaten und dazu auch noch in einem weiteren Choralsatz. mehr...
Sendedatum: 1.1.2012
BWV 63
Weihnachtstag
„Christen, ätzet diesen Tag“ so hat Johann Sebastian Bach seine Kantate für den heutigen 1. Weihnachtstag überschrieben. Komponiert hat Bach diese Kantate vermutlich schon in seiner Zeit in Weimar. mehr...
Sendedatum: 25.12.2011
BWV 30
4. Adventssonntag
In der Advents- und Fastenzeit gab es zur Zeit Bachs in den Leipziger Kirchen keine komponierte Kirchenmusik, dem Charakter dieser Zeit entsprechend. Dass wir dennoch jetzt in diesen Wochen nicht auf eine Bachkantate verzichten müssen, liegt daran, dass Bach viele Kantaten komponiert hat, die entweder mehr oder weniger zeitlos sind, oder aber zwar für einen bestimmten Zeitpunkt bestimmt waren, aber aufgrund der Thematik auch gut in die Adventszeit passen. Dies ist zum Beispiel am heutigen Sonntag, bei der Kantate „Freue dich, erlöste Schar“ der Fall. Bach hat sie zum 24. Juni 1738, zum Fest Johannes des Täufers komponiert und es ist eine der letzten Kirchenkantaten, die Bach geschrieben hat. Von der Thematik her passt diese Kantate somit sehr gut auch in die Adventszeit, denn Johannes der Täufer ist ja eine der zentralen Figuren in diesen Wochen vor Weihnachten. mehr...
Sendedatum: 18.12.2011
BWV 61: „Nun komm, der Heiden Heiland“
3. Adventssonntag
Das Lied, mit dem Johann Sebastian Bach seine heutige Kantate beginnen lässt, war jahrhundertelang in der lutherischen Kirche das Hauptlied der Adventszeit: „Nun komm, der Heiden Heiland“. Heute im katholischen Gebet- und Gesangbuch „Gotteslob“ in leichter Abwandlung von Text und Melodie unter der Überschrift „Komm du Heiland, aller Welt“ zu finden. Der Text stammt von Erdmann Neumeister. Der Inhalt: Das Kommen des Heilands bringt uns täglich neuen Segen. Daran knüpft sich die Bitte, Jesus möge zu seiner Kirche, also zu seiner Gemeinde kommen und in das Herz des einzelnen Christen einziehen. Trotz der Sündhaftigkeit. mehr...
Sendedatum: 11.12.2011
BWV 7
2. Advent
Bei der Kantate des heutigen Sonntags handelt es sich um eine sogenannte Choralkantate. Johann Sebastian Bach nimmt einen bekannten Kirchenchoral, nämlich Martin Luthers Tauflied „Christ unser Herr zum Jordan kam“, behält die erste und letzte Strophe wörtlich bei, während er die Strophen 2 bis 6 so umdichtet, dass Sie den Formgesetzen einer Kantate entsprechen. Ursprünglich hat Bach hat diese Kantate für den 24. Juni 1724 komponiert, für das Fest Johannes des Täufers. Aufgrund der Thematik passt die Kantate aber auch sehr gut in die Adventszeit. Denn die Taufe Jesu durch Johannes den Täufer ist ja eine zentrale Glaubensaussage dieser Zeit. mehr...
Sendedatum: 4.12.2011