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20.11.2011

Katholiken feiern Christkönig

Hochfest im Wandel der Zeit

Am letzten Sonntag des Kirchenjahrs feierte die Katholische Kirche das Hochfest Christkönig - ein noch recht junges Fest. Erst 1925 wurde es von Papst Pius XI. eingesetzt und zunächst am letzten Sonntag im Oktober gefeiert. Damit wollte die Kirche eine Antwort auf die politischen und gesellschaftlichen Umbrüche vor allem in Europa nach dem Ersten Weltkrieg geben.

Bild
  • Das Fest betont die wahre Königsherrschaft Jesu Christi

    Das Fest betont die wahre Königsherrschaft Jesu Christi (©ddp)

Audio Beitrag
  • Ein Beitrag von Jan Hendrik Stens: Das Hochfest Christkönig (22.11.2009)
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  • Gotteswahn oder Christkönigsfest? - Willibert Pauels mit seinem "Wort zum Samstag" (24.11.2007)

Anstelle von einstigen Monarchien bildeten sich nun moderne, säkulare Staaten, aber auch totalitäre Systeme wie der Kommunismus oder der Faschismus. 1600 Jahre nach dem Konzil von Nicäa, welches die Frage nach der Göttlichkeit Jesu Christi beantwortet und im Glaubensbekenntnis der Kirche verankert hatte, sollte nun die wahre Königsherrschaft Jesu Christi, aber auch das angebrochene Reich Gottes betont werden.

In der Zeit der Weimarer Republik und des Nationalsozialismus spielte das Christkönigsfest bei den katholischen Jugendverbänden in Deutschland eine große Rolle, da die Nationalsozialisten ihr Reichssportfest auf den Sonntag nach Pfingsten, das Dreifaltigkeitsfest, legten und damit den Bekenntnissonntag der katholischen Verbände unterwanderten. Diese versammelten sich bislang an diesem Tag, um in Gottesdiensten und feierlichen Prozessionen mit Fahnenabordnungen ihre Zugehörigkeit zu Christus zu bekunden. Durch das Reichssportfest wichen die Katholiken auf den Christkönigsonntag aus. Dadurch wurde die Christkönigverehrung zu einem Gegenpol zum Führerkult der säkularen Gesellschaft.

Mit der Neuordnung der Liturgie durch Papst Paul VI. wurde Christkönig nun als Hochfest auf den letzten Sonntag im Kirchenjahr vor den Ersten Advent gelegt und durch Revision der liturgischen Texte der eschatologische Grundcharakter betont. Dadurch gibt es auch einen stärkeren Bezug zum Ewigkeitssonntag der evangelischen Kirche. Letzterer ist eine Korrektur der oftmals üblichen Bezeichnung Totensonntag, welche in erster Linie das Totengedenken evangelischer Christen in Deutschland vor Augen hat. Protestantische Kirchen im englischsprachigen Ausland haben allerdings die Bezeichnung Christkönig in ihren liturgischen Kalender übernommen.

domradio.de überträgt jeweils ab 10 Uhr die Hochämter aus dem Kölner (Bild und Ton) und dem Trierer Dom (nur Ton) live.


(Jan Hendrik Stens / dr)

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