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Gary Lukas Albrecht Mittwoch,
8. Februar
Mk 7,14-23 mit Auslegung von Gary Lukas Albrecht

Gary Lukas Albrecht


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20.11.2009

Bischof Hofmann zum schwierigen Verhältnis von Kunst und Kirche vor der Vatikan-Konferenz

„Man fremdelt“

Regisseure, Schauspieler, Videokünstler, Architekten -internationale Hochkaräter der Kulturszene kommen an diesem Samstag mit Papst Benedikt XVI. zusammen. Der in der Deutschen Bischofskonferenz für Kunst zuständige Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann zum Stand der Beziehungen zwischen Kunst und Kirche.

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  • Bischof Hofmann: Die Gräben sind nicht unüberbrückbar

    Bischof Hofmann: Die Gräben sind nicht unüberbrückbar (©ddp)

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KNA: Herr Bischof, am Wochenende trifft der Papst in Rom 270 Künstler aus aller Welt. Das müsste ganz in Ihrem Sinne sein.
Hofmann: Ich bin Erzbischof Gianfranco Ravasi vom Päpstlichen Kulturrat sehr dankbar dafür, dass er auf diese Weise den Dialog zwischen Kirche und Kunst fortführt. Dass dies in so einem außergewöhnlichen Rahmen passiert, ist ein Novum.

KNA: Sie haben bei der jüngsten Weltbischofssynode dafür plädiert, dass die Kirche den geistlichen Gehalt zeitgenössischer Kunst noch stärker erkennen müsse.
Hofmann: Mit Beginn der Neuzeit zerbrach die Einheit von Kunst und Theologie. Man entwickelte sich auseinander. Die Gräben sind nicht unüberbrückbar, aber man fremdelt. So gibt es auf beiden Seiten die verbreitete Ansicht, dass man nichts miteinander zu tun habe. Das stimmt aber nicht. Auch die sogenannte säkulare zeitgenössische Kunst enthält theologische Implikationen, die von der Kirche aufgegriffen und sichtbar gemacht werden müssen. Die Gläubigen sollten dazu befähigt werden, das wahrzunehmen.

KNA: Nennen Sie ein Beispiel.
Hofmann: Nehmen Sie das umstrittene Domfenster von Gerhard Richter in Köln. Richter hat in völlig abstrakter Weise kleine Farbkästchen nebeneinandergesetzt. Dazu muss man wissen, dass er dabei den Farbkanon des Hochchors aus dem 14. Jahrhundert aufgenommen und gemischt hat. Entstanden ist ein Farbteppich, der die offene Wunde am südlichen Querhaus geschlossen hat und im Dom einen Lichtklang erzeugt, der das Gebäude als einheitlich erleben lässt. Licht war immer ein Symbol für die Wirklichkeit Gottes. Wir sehen noch nicht diese reale, zukünftige Wirklichkeit. Aber wir können sie trotzdem erfassen. Das ist das große Geschenk, das Richter in den Dom eingebracht hat.

KNA: Wo findet der Dialog zwischen moderner Kunst und Kirche heute in Deutschland statt, einmal abgesehen von Diözesanmuseen und dem Aschermittwoch der Künstler?
Hofmann: Man darf nicht vergessen, dass es in Deutschland mehr als 600 Kirchen gibt, in denen moderne Kunst zur Sprache kommt. Es gibt also auch jenseits kirchlicher Sammlungen ein beachtliches Potenzial. Dabei ist klar, dass der Kirchenraum nicht der Austragungsort für Atelierkriege werden darf. Aber dass zeitgenössische Kunst, die wie eine Membrane gesellschaftliche Realitäten widerspiegelt, auch in den Kirchenraum hineingehört, das steht fest. Ich freue mich darüber, dass viele Gemeinden solche Experimente wagen.

KNA: Sie waren lange Zeit auch Künstlerseelsorger. Woran in der Kirche sind Künstler heute speziell interessiert, außer natürlich an Aufträgen?
Hofmann: Ich habe festgestellt, dass sehr prominente Künstler interessiert sind, auch im Kirchenraum zu schaffen. Sie erkennen sehr wohl, dass sie - wie die Kirche auch - die Sinnfrage stellen.
Und gemeinsamer Adressat ist der Mensch, der wissen will, woher er kommt, wer er ist und wohin er geht. Es gibt also Berührungspunkte.
Künstler bringen insofern wie ein Seismograph etwas in die Kunst hinein, was vom Glauben an die Offenbarung her auf Antwort ausgelegt ist. Wir sind sehr gut beraten, dies wahrzunehmen, um der Gefahr zu entgehen, dass wir auf Fragen antworten, die gar nicht gestellt werden - und umgekehrt die wirklich gestellten Fragen ohne Antwort bleiben.

KNA: Welche Anfragen moderner Kunst an die Kirche nehmen Sie gegenwärtig wahr?
Hofmann: Zum Beispiel die Frage nach Recht und Gewalt. Das Bild „Shoah“, ein Tryptichon des 1998 verstorbenen Wolf Vostell thematisiert ganz direkt anhand der Judenverfolgung die Frage, wie der Mensch so zum Bösen werden kann, dass er den anderen total vernichtet. Im Grunde ist es ein Plädoyer für Gewaltlosigkeit, wie wir sie auch in der Bergpredigt Jesu finden.

(Christoph Renzikowski / kna)

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