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Nachrichten-Ticker

15.9.2009

Warnung vor neue Schuldenwelle

Insolvenzverfahren für hoch verschuldete arme Länder gefordert

Angesichts der Finanzkrise fordert die Kampagne Erlassjahr.de ein internationales Insolvenzverfahren für hoch verschuldete arme Länder gefordert. Erlassjahr-Vorstandsmitglied Pater Wolfgang Schonecke warnt im domradio-Interview vor einer „neuen Schuldenwelle“, die bisherige Erfolge zunichtemache. Die Ärmsten der Armen dürften nicht für die Krise bezahlen, die sie selbst nicht verschuldet hätten.

Bislang sind im Rahmen der Initiative 28 Länder entschuldet worden. Erlassjahr.de präsentierte vor dem Bundeskanzleramt rund 17.000 Unterschriften auf bunten Wimpeln einer derzeit laufenden Kampagne. Die Initiative will das Ergebnis der Unterschriftenaktion nach den Wahlen der künftigen Bundesregierung überreichen.

Schonecke beklagte, dass mehrere Entwicklungsländer bereits wieder von Zahlungsunfähigkeit bedroht seien. Ein internationales Insolvenzverfahren könne verhindern, dass der Schuldendienst auf Kosten der Bildung und gesundheitlichen Grundversorgung der Armen gehe.

Der Sprecher der Bischöflichen Aktion Adveniat, Christian Frevel, betonte, dass die Zahl der Armen wieder steige. Er erinnerte an die Situation der armen Bevölkerungsschichten in Bolivien, Ecuador und Peru. Diese Menschen hätten zumeist keine Chance, ihre Situation zu verändern. Notwendig seien transparente Verhandlungen über einen Schuldenerlass.
(epd,dr)


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