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Hans-Bernd Serries Samstag,
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6.8.2009

Wissenschaftler und Ärzte rufen zur Beseitigung aller Atomwaffen auf

Agenda 2020

Zum 64. Jahrestag der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki haben Wissenschaftler, Ärzte und Politiker die Abschaffung aller Kernwaffen bis zum Jahr 2020 gefordert. In einem am Mittwoch in Berlin veröffentlichten Appell haben 40 renommierte Wissenschaftler und Ingenieure aus aller Welt, darunter 27 Nobelpreisträger, vor der Gefahr gewarnt, die nach wie vor von Atomwaffen ausgeht.

Bild
  • Friedensbewegung: Auch nach dem Kalten Krieg aktiv gegen Atomwaffen

    Friedensbewegung: Auch nach dem Kalten Krieg aktiv gegen Atomwaffen (©ddp)

Audio Beitrag
  • Ein Interview mit Joachim Schramm (DFG-VK): Tausende Atomwaffen sind in ständiger Alarmbereitschaft (6.8.2009)
  • Ein Beitrag von Ina Rottscheidt: Hiroshima - Pater Luhmer erinnert sich (6.8.2009)
Links
  • Deutsche Friedensgesellschaft
  • Justitia et Pax
  • Die deutsche Sektion der katholischen Friedensbewegung Pax Christi
  • Kampagne "Atomwaffenfreie Zukunft"
  • Hiroshima- u. Nagasakitag 2009
  • IPPNW - Deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges / Ärzte in sozialer Verantwortung e.V.

Nuklearwaffen seien imstande, ganze Städte, Länder und Zivilisationen zu vernichten, heißt es darin. Menschliche Fehlbarkeit kombiniert mit Atomwaffen ergebe ein „gefährliches und unzumutbares Gemisch“. Der Appell wurde von dem Internationalen Netzwerk von Wissenschaftlern und Ingenieuren für globale Verantwortung (INES) verfasst und weltweit verbreitet.

Zu den Unterzeichnern zählen unter anderen die kenianische Friedensnobelpreisträgerin Wangari Maathai sowie die Nobelpreisträger für Chemie und Physiologie/Medizin, der Deutsche Gerhard Ertl und sein amerikanischer Kollege Günter Blobel. Auch der Gründer des Wuppertal Instituts, Ernst-Ulrich von Weizsäcker, und der frühere Präsident des Max-Planck-Instituts für Physik und Träger des Alternativen Nobelpreises, Hans-Peter Dürr, unterstützen den Appell.

Darin wird daran erinnert, dass ohne Wissenschaft und Technik keine Atomwaffen existierten. Darum hätten Wissenschaftler und Ingenieure auch die besondere Verantwortung, zu ihrer Abschaffung beizutragen. Sie sollten sich deshalb der Erforschung, Entwicklung, Erprobung, Produktion und Fertigung neuer Atomwaffen verweigern.

Die atomkritische Ärztevereinigung IPPNW forderte als Alternative zur atomaren Aufrüstung den Aufbau neuer gemeinsamer internationaler Sicherheitsstrukturen. Der Grund für die nie wirklich gestoppte atomare Rüstungsspirale sei der Irrglaube, der Besitz von Atomwaffen bedeute Sicherheit, erklärte IPPNW-Vorsitzende Angelika Claußen in Berlin.

Deshalb strebe eine wachsene Anzahl von Ländern den Besitz von Kernwaffen an und auch nicht-staatliche Akteure drohten mit ihrem Einsatz. Zudem modernisierten und perfektionierten Atomwaffenstaaten wie die USA, Russland oder China ihre Arsenale ständig weiter. Der Weg zur vollständigen atomaren Abrüstung sei eine Atomwaffenkonvention, so IPPNW.

Auch Tadadoshi Akiba, der Vorsitzende der internationalen Bewegung Mayors for Peace und Bürgermeister von Hiroshima, warnte vor der wieder wachsenden Gefahr durch die Weiterverbreitung von Atomwaffen. Deshalb spiele „jeder Bewohner dieser Erde eine tragende Rolle bei der Veränderung der Welt“, erklärte er in einem Grußwort.

Nach Angaben von IPPNW lagern in Deutschland derzeit noch 20 US-amerikanische Atomwaffen. Jede einzelne von ihnen habe die sechsfache Sprengkraft der Hiroshima-Bombe. Bei den Abwürfen auf Hiroshima am 6. August und Nagasaki am 9. August 1945 starben fast eine Million Menschen unmittelbar oder an den Folgen der nuklearen Verstrahlung.


(epd)

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