6.12.2008
Bischof Mussinghoff respektiert Rückkehr der Trappisten von Heimbach zum alten Ritus
Trappisten im Glück
Der Aachener Bischof Heinrich Mussinghoff respektiert die Rückkehr von Deutschlands einzigem männlichen Trappistenkloster zum alten Ordenritus. In einem Gespräch mit Abt Josef Vollberg verwies er zugleich „auf die öffentliche Wirkung dieses Schrittes“. Es könne zu Problemen für die Abtei kommen, wenn die von Rom abgespaltete Priesterbruderschaft St. Pius X. ihr Kloster auf Gut Reichenau in der Eifel errichte, so der Bischof.
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Die Mönche vom Trappistenkloster Mariawald hatten im November von Papst Benedikt XVI. die Erlaubnis erhalten, zum sogenannten Usus von Monte Cistello zurückzukehren. Darin eingeschlossen ist die Rückkehr zur alten liturgischen Tradition des Ordens in Messfeier und Chorgebet, die bis zur Liturgiereform verbindlich war. Sie wird Tridentinische Messe genannt. Darüber hinaus wollen die Mönche laut eigenen Angaben nach strengeren Ordensregeln leben. Von dem Schritt versprechen sie sich „neue geistliche Impulse auch für den Nachwuchs der Abtei“. Verschiedene nachkonziliare Reformen hätten für das Kloster nicht die erhoffte Blüte gebracht, teilte die Abtei mit. Die Trappisten gehören zu den strengsten Orden der katholischen Kirche.
Die Priesterbruderschaft St. Pius X. hatte 2007 ein altes Kloster bei Monschau erworben und will sich dort niederlassen. Das Bistum Aachen steht dem Vorhaben kritisch gegenüber. Es machte bereits früher deutlich, „dass die Mönche keine offiziellen Angebote der römisch-katholischen Kirche machen“.
Die Bruderschaft war 1970 von dem später durch Rom exkommunizierten Traditionalisten-Erzbischof Marcel Lefebvre (1905-1991) gegründet worden. Ihr Protest richtet sich vordergründig gegen die Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965). Im Kern werden das erneuerte Kirchenverständnis, Ökumene, Religionsfreiheit und Demokratie abgelehnt. Auch sie feiern Messen nach altem lateinischem Ritus.
(kna)