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6.10.2008

„Pueri Cantores“ treffen sich zum Chorfest in Münster

Der Dom erzittert beim „Laudate Dominum“

Schon von fern sind ihre Gesänge zu hören. Doch die klingen zunächst anders als erwartet. „Steh auf, wenn Du ein Mainzer bist, steh auf...“ Gegenüber erschallt ein kräftiges „Ole, ole, ole, ole...“ Rund 2.700 Kinder und Jugendliche aus 74 Kirchenchören in ganz Deutschland haben sich an diesem Wochenende in Münster zum Chorfest der „Pueri Cantores“ versammelt. Hörbeispiele finden Sie hier.

Audio Beitrag
  • Bischof Bode begrüßte (6.10.2008)
  • Osnabrücker Jugendchor - aus O sacrum convivum - Olivier Messiaen (6.10.2008)
  • Mainzer Domchor - Halleluja aus Surrexit pastor bonus von Hans Leo Hassler (6.10.2008)
  • Pueri Cantores Muenster - Willkommen sind die Boten (6.10.2008)
  • Bischof Bode predigte singend - und alle machten mit (6.10.2008)
  • Mädchenchor am Koelner Dom - Verleih uns Frieden - Greg. Choral (6.10.2008)
  • Domkapellmeister Andreas Bollendorf: Bilanz des Chorfestes (6.10.2008)
Verwandte Themen
  • 27. Sonntag im Jahreskreis - Pontifikalamt zum Chorfest "Pueri Cantores" (5.10.2008)
Links
  • Pueri Cantores 2008
  • kirchensite - Bistum Münster

Soviel scheint schon nach dem ersten Eindruck sicher: Der fröhliche Wettstreit der „singenden Kinder“ findet nicht nur in Kirchen statt.

Die bunt gekleideten Sänger beherrschen am Samstag das spätsommerliche Stadtbild. Wo sich zwei Gruppen begegnen, kommt es manchmal zu spontanen Konzerten. „Ich treffe hier auch viele Freunde aus anderen Chören“, erzählt der 13-jährige Thomas. Er hat kurzzeitig seine Truppe aus den Augen verloren und sich einer anderen angeschlossen. Kein Problem für ihn. Singen verbindet. Er hat außerdem eine Erfahrung gemacht, die wohl viele mit ihm teilen: „Es ist gut zu erleben, dass wir so viele sind“, sagt er.

Das Miteinander hatte auch der Präsident des Deutschen Chorverbandes „Pueri Cantores“, Matthias Balzer, am Freitagabend auf der Eröffnungsfeier betont. „Ihr habt euch aus euren Diözesen auf den Weg gemacht zur Familie der Pueri Cantores.“ Wichtigstes Anliegen außer dem gemeinsamen Musizieren sei der Einsatz für den Frieden in der Welt. Aus der Stadt des Westfälischen Friedens sollten sie als Friedensboten in ihre Heimatorte zurückkehren, so der Präsident des mit mehr als 360 Chören und über 10.000 Sängern größten Nationalverbands innerhalb der in 25 Ländern vertretenen Sängergemeinschaft.

Im münsterischen Paulus-Dom, bei der Generalprobe für den großen Abschlussgottesdienst am Sonntag, findet Thomas schnell seinen Chor wieder. Alle Sitzbänke sind aus der Kathedrale entfernt, damit die Sänger Platz finden. Die Bässe stehen ganz hinten im Kirchenschiff, davor Tenöre und Altstimmen der Knaben- und Mädchenchöre, die Soprane sowie die Kinderchöre ganz nah am Altar. Hier nun erklingen geistliche Chorstücke, moderne wie das „Kyrie“ von Josef Gabriel Rheinberger, alte wie Felix Mendelssohn-Bartholdys „Wie lieblich sind die Boten, die den Frieden verkündigen“. Mehrere Dirigenten an unterschiedlichen Positionen koordinieren synchron die Gesänge.
Trotzdem gibt es noch Schwierigkeiten mit der Entfernung.

„Es ist ein tolles Gefühl mit so vielen gleichzeitig zu singen“, bekennt die 18-jährige Anna. Mit dem ökumenischen Kinder- und Jugendchor Denzlingen war sie auch vor vier Jahren beim internationalen Treffen in Köln dabei. „Da waren wir sogar 6.000“, erzählt sie. Während sie besonders die Kirchenlieder mag, schlägt das Herz der 11-jährigen Klara fürs Leichtere. „Wir machen jedes Jahr auch ein Musical. Das find' ich gut.“ Nachmittags geben dann 18 Chöre neun gut besuchte Konzerte in verschiedenen Innenstadtkirchen.
Unter ihnen sind die Freiburger Domsingknaben, der Kölner Domchor, die Jugendkantorei am Trierer Dom, der Jugendchor Osnabrück und die Domchöre von Paderborn und Mainz. Im Dom finden gesungene Friedensgebete statt.

Am Sonntag dann im feierlichen Hochamt mit Jugendbischof Franz-Josef Bode und dem Diözesanadministrator des Bistums Münster, Weihbischof Franz-Josef Overbeck, klappt alles wie am Schnürchen. Die Einsätze kommen perfekt, die Stimmen sind kräftig. „Ein grandioses Bild“ zeigt sich Bode begeistert. Der Dom erzittert beim „Laudate Dominum“. Und als der Bischof in seiner Predigt zu einem vierstrophigen Solo mit „Ich glaub' an einen Gott, der singt“ anhebt, erntet er donnernden Applaus. Den jungen Sängern gibt er mit auf den Weg, nicht nachzulassen in ihrem Engagement. „Singen ist eine Sache des Kopfes und des Herzens“, so Bode. Die Gruppen streben nach draußen in den Münsteraner Regen. Und von irgendwo tönt es dann schon wieder: „Steh auf...“

Copyright für die O-Töne: Deutsches Chorfest 2008 aus Münster



(Johannes Schönwälder / kna)

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