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Hans-Bernd Serries Samstag,
4. Februar
Mk 6,30-34

Hans-Bernd Serries


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15.5.2008

China-Expertin Rentke zu den Folgen des Erdbebens in Sichuan

„Es geht um Hilfe, nicht um Menschenrechte“

Eine Woche nach dem Erdbeben in China wird allmählich das ganze Ausmaß der Katastrophe sichtbar. Die Rede ist von insgesamt über 50.000 Toten. Zehntausende Menschen in der betroffenen Provinz Sichuan im Landesinneren gelten als vermisst. Im Gespräch mit der Katholischen Nachrichten-Agentur äußert sich Renee Rentke vom China Zentrum in Sankt Augustin zu den möglichen Folgen des Bebens und zu den Aktivitäten der katholischen Helfer.

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KNA: Frau Rentke, wie sieht die Lage vor Ort aus?

Rentke: Was die allgemeine Situation anbelangt, so können wir derzeit nur auf die Berichte in den Medien zurückgreifen. Über unsere Kontakte in der Diözese Chengdu im Zentrum der Provinz Sichuan wissen wir aber, dass zu den zerstörten Bauten auch zahlreiche Kirchen gehören. Ganz zu schweigen von den Todesopfern, die es auch unter der katholischen Bevölkerungsminderheit gab.

KNA: Das Katastrophenmanagement der chinesischen Regierung wird allgemein als sehr offen gelobt - wie ist Ihr Eindruck?

Rentke: Seit dem Ausbruch der SARS-Epidemie im Jahr 2003 hat die chinesische Führung enorm dazugelernt. Anders als derzeit in Birma zeigt sich die Regierung gut vorbereitet. Premierminister Wen Jiabao begab sich unverzüglich an den Ort des Geschehens, auswärtige Hilfe wird nicht behindert. Zudem wird dieser Kurs in der Bevölkerung sehr positiv aufgenommen.

KNA: Und die Berichterstattung in der nationalen Presse?

Rentke: Eine Zensur findet offenbar nicht statt. Die Reporter der staatlichen Medien sind überall präsent. Hinzu kommt, dass ungehindert von den Behörden im Internet zahlreiche Bilder und Nachrichten von Privatpersonen kursieren. Der Trend zu mehr Offenheit, der vor der Krise in Tibet spürbar war, scheint sich hier zu bestätigen.

KNA: Könnte die Katastrophe also letzten Endes auch die Anliegen der Minderheiten in dem Land voranbringen?

Rentke: Das sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Im aktuellen Fall steht die Bewältigung einer Naturkatastrophe im Mittelpunkt. Ob dies politische Auswirkungen auf die Lage der Menschenrechte hat, wage ich zu bezweifeln. Es geht in erster Linie um humanitäre Hilfe - und nichts weiter.

KNA: Gibt es katholische Organisationen aus China selbst, die sich an den Hilfsmaßnahmen beteiligen?

Rentke: Momentan versucht beispielsweise das Hilfswerk Jinde Charities, rund 20 Krankenschwestern nach Sichuan zu entsenden. Jinde wurde 2006 als erste katholische Nichtregierungsorganisation staatlich anerkannt und ist im ganzen Land tätig. Mit solchen und ähnlichen Aktivitäten können chinesische Christen zeigen, dass sie Teil dieses Staates sind und sich für ihn und die Menschen engagieren. Für die Akzeptanz der katholischen Minderheit ist das sicherlich von Bedeutung.

(kna)

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