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14.1.2008

Frankreich verbietet umstrittene Sorte - Deutschland diskutiert

Genmais auf dem Prüfstand

Nach Sicherheitsbedenken mehrerer Wissenschaftler über Genmais der neuen Sorte Mon 810 hat der französische Staatspräsident Nicholas Sarkozy am Wochenende angekündigt, sein Land werde sich aus dem Anbau von Genmais zurückziehen. Auch das Bundesumweltministerium würde ein solches Verbot grundsätzlich begrüßen. Zuständig ist allerdings das Landwirtschaftsministerium.

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  • Greenpeace warnt vor Genmais

    Greenpeace warnt vor Genmais (©Greenpeace)

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  • Studie zu "Gift im Genmais"

Die französische Regierung hat am Samstag ein Anbauverbot für den in Europa kommerziell zugelassenen gentechnisch veränderten Mais MON 810 verlängert. MON 810 des US-Agrarkonzerns Monsanto ist bisher die einzige Gen-Pflanze, die in der EU kommerziell angebaut werden darf. Bei der EU will Frankreich jetzt eine Ausnahmeregelung erreichen, um den Anbau der Pflanze in Frankreich endgültig zu verbieten.

Verbreitung über hundert Kilometer
Nach Bauernprotesten hatte Präsidenten Nicolas Sarkozy eine Expertenkommission eingesetzt. Im Bericht der Kommission heißt es jetzt, dass eine kürzliche in Kanada veröffentlichte Studie belege, dass die Verbreitung von Mon 810 mehr als hundert Kilometer betragen kann. Die ursprünglichen Studien zu MON 810 erwähnten nur eine Verstreuung auf einigen hundert Metern. Zudem sei die Genveränderung nicht nur gegen Schädlinge wirksam, die bisher den Mais befallen, sondern gefährde auch andere Organismen und Lebewesen, so der Bericht der Kommission weiter. Der Mais wurde so manipuliert, dass er ein Gift gegen den Maiszünsler produziert. Das Gift wird von der Pflanze an die Umwelt abgegeben und schädigt auch Schmetterlinge und Bienen.

Frankreich folgt mit seiner Entscheidung zahlreichen anderen EU-Staaten, die den Anbau von Gen-Mais wegen Sicherheitsbedenken bereits verboten haben. Dazu gehören Polen, Ungarn, Österreich, Schweiz und Griechenland verboten. In Deutschland soll das Bundesamt für Naturschutz die Umweltwirkungen des Genmais MON810 „umfassend betrachten“.

Vorbild für Deutschland?
„Das ist eine höchst erfreuliche und richtungsweisende Entscheidung für Umwelt und Verbraucher. Die französische Regierung hat sie nach Abwägung der wissenschaftlichen Fakten getroffen und den Schutz vor Gentechnik als wichtiger erachtet als die Interessen der Industrie“, kommentiert Stephanie Toewe, Gentechnik-Expertin von Greenpeace, die Entscheidung der Franzosen.

Das sei auch ein Signal für Deutschland, so Toewe. Greenpeace fordere Bundeslandwirtschaftsminister Seehofer (CSU) auf, Gentechnik aus der Landwirtschaft zu verbannen, statt sie zu fördern.

Der SPD-Experte Ulrich Kelber forderte Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer auf, alle nationalen Möglichkeiten auszuschöpfen, damit  Deutschland in dieser Frage nicht hinter Frankreich zurückfalle.

Anbau in Deutschland
Genmais wird in Deutschland vor allem in Brandenburg angebaut. Weitere relevante Anbaugebiete sind in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen. Insgesamt wird in Deutschland nur auf knapp 2700 Hektar Fläche Genmais angebaut.

Die Zulassung von Genmais in Europa wurde 2004 über eine Klage der USA vor der Welthandelsorganisation erreicht. Ein generelles Verbot würde defacto ein Importverbot bedeuten, argumentierten die USA und waren damit erfolgreich. Die jetzt in die Diskussion gekommene Maissorte MON 810 wurde 1998 für den Anbau in der EU zugelassen.

(ddp,dr)

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