Radio hören

8.4.2007

Bischöfe: Osterbotschaft ist Botschaft des Lebens - Kardinal Meisner: Predigt, Ostergruß und päpstlichen Segen hier nachhören

Leidenschaftlicher Appell für das Leben

domradio übertrug am Ostertag das Pontifikalamt mit Erzbischof Joachim Kardinal Meisner aus dem Hohen Dom zu Köln. Hier finden Sie den Ablauf der Feier und hier den Predigttext. Hören Sie hier den Ostergruß und den päpstlichen Segen von Kardinal Meisner. In seiner Predigt rief der Kölner Erzbischof die Menschen auf, das Leben zu achten und verurteilte Abtreibung, embryonale Stammzellforschung und Sterbehilfe. Der Mensch werde nur noch durch seinen gesundheitlichen Zustand definiert, so Meisner, das könne "doch nicht wahr sein." Hier im Überblick: Die deutschen Bischöfe und ihre Osterbotschaften.

 (©  )

So würden Kinder abgetrieben, bei denen durch vorgeburtliche Diagnostik eine unheilbare Erkrankung festgestellt werde. Gleichzeitig versuche die Forschung, "ungeborene Kinder, das heißt Embryonen, als Heilmittel zu verarbeiten, um alt und krank gewordenes Leben sanieren zu können". Auch gesund geborenen Menschen, die unheilbar erkrankten, werde die Menschenwürde abgesprochen.

"Wenn nur die Hälfte der jährlich abgetriebenen Kinder in unserem Land zur Welt käme, dann wäre damit eine echte Überlebenschance unserer Zivilisation gegeben", sagte Meisner. Stattdessen scheine sich Westeuropa aus der Geschichte verabschieden zu wollen. Es demontiere seine Zukunft, indem es nicht mehr Zuversicht und Freude vermittele, damit Eltern Kindern Leben schenkten. Der Kardinal forderte eine Rückbesinnung auf christliche Werte. "Alles Leben, gerade auch das kranke, ist bestimmt zur österlichen Verklärung." Wenn allerdings Christus als Lebensbringer aus den Augen verloren gehe, koste das den Menschen buchstäblich das Leben, so der Kardinal.

Im Überblick: Die deutschen Bischöfe und ihre Osterbotschaften
Weitere katholische Bischöfe haben die Osterbotschaft als Botschaft des Lebens gewürdigt. Der Mainzer Kardinal Karl Lehmann rief zu Vergebung und menschlicher Zuwendung auf. Dass Christus sein Leben für alle hingegeben habe, bringe große Hoffnung "in die Verlorenheiten auch unseres heutigen Lebens". Für den Münchner Kardinal Friedrich Wetter zeigt das Osterfest die verwandelnde Kraft der Liebe Gottes auf. Ostern gebe die Gewissheit, dass sich die Kraft der Auferstehung Christi durchsetzt und die Welt verwandelt.

Wie der Kölner Kardinal Joachim Meisner betonte auch Münsters Bischof Reinhard Lettmann in seiner Osterpredigt, Christen sollten sich für ein "Klima des Lebens", für den Schutz von ungeborenen Kindern sowie für ein würdiges Leben für Alte, Kranke und Behinderte einsetzen. Aachens Bischof Heinrich Mussinghoff und Erzbischof Hans-Josef Becker aus Paderborn appellierten an die Christen, menschlich und friedfertig miteinander umzugehen. Das Osterfest biete die Chance zum Aufbruch, so Mussinghoff. Becker betonte, die Osterbotschaft öffne Herzen, Sinne und Gesinnungen.

Als Quelle der Kraft gegen Zwänge und Ängste bezeichneten der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch und sein Rottenburger Amtskollege Gebhard Fürst den christlichen Auferstehungsglauben. Der Osterglaube verweise auf ein Leben, das irdische Dimensionen sprenge. Zollitsch kritisierte einen zunehmenden Körper- und Gesundheitskult; Fürst sprach sich für eine Kultur des auf Ostern gründenden Sonntags aus, die aus einem zwanghaften Leben herausführen und frei machen könne.

Der Berliner Kardinal Georg Sterzinsky betonte, alle wesentlichen Dinge des Lebens seien geschenkt. So könne man sich Liebe weder erkaufen noch durch Attraktivität erzwingen, so der Erzbischof.

Der Erfurter Bischof Joachim Wanke hob hervor, der Osterglaube bewahre vor blindem Eifer ebenso wie vor Zynismus. Der Magdeburger Bischof Gerhard Feige forderte den unbedingten Schutz des Lebens. Allen Rufen nach vorgeburtlicher Selektion und Sterbehilfe müsse widersprochen werden. Auch Dresdens Bischof Joachim Reinelt hob Ostern als Fest des Lebens hervor. Christen entschieden sich Ostern immer wieder neu, den Sieg über den Tod und die Freude am Leben zu feiern und zugleich das Sterben zu akzeptieren.

Fuldas Bischof Heinz Josef Algermissen nannte das Ostergeschehen eine Revolution für das Leben. Mit der Auferstehung sei das "Grab dieser Welt" aufgebrochen. Für den Bamberger Erzbischof Ludwig Schick ist die Auferstehung Jesu mehr als ein Comeback. "Es war keine Rückkehr auf Zeit wie bei Elvis, Napoleon und Henry Maske".

Jesu Auferstehung sei ein Sieg für die gesamte Menschheit. Triers Bischof Reinhard Marx betonte, der Glaube an den Auferstandenen Christus sei unersetzliche Grundlage der europäischen Kultur. Der österliche Blick in den Himmel sei überlebensnotwendig. Augsburgs Bischof Walter Mixa rief die Christen zu einer "Revolution der Liebe" auf. Die Auferstehung sei die eigentliche und wahre Revolution der Menschheitsgeschichte. Das Kreuzesopfer Christi fordere als Antwort das Liebesopfer des eigenen Lebens.

Bischo Huber: Ostern bedeutet Chance zum Neubeginn im Leben
Auch Evangelische Bischöfe haben zu Ostern die Chance des Neubeginns im Leben hervorgehoben. Das Fest sei ein Tag des Jubels und des Neuaufbruchs, sagte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Wolfgang Huber, am Ostersonntag im Berliner Dom. In der Auferstehung des Gekreuzigten feierten Christen die Überwindung von Angst und Niedergeschlagenheit. Die Hingabe Christi am Kreuz sei ein Zeichen für die Solidarität Gottes. Bischof Huber erinnerte an die biblische Geschichte der Maria von Magdala, die an Ostern entdeckt, dass das Grab Jesu leer ist, Darin werde deutlich, wie Gottes Ruf Trauer verwandeln und zu neuem Aufbruch führen könne. Der Schleswiger lutherische Bischof Christian Knuth nannte diese Szene einen "Lichtstrahl". Die Nähe zum Auferstandenen bedeute, dass die Angst weiche.