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16.12.2010

Zahl der Kriege und Konflikte weltweit rückläufig

Kein Grund zum Optimismus

Die Zahl der Kriege und gewaltsamen Konflikte ist dem aktuellem "Konfliktbarometer" zufolge in diesem Jahr weiter zurückgegangen. Von insgesamt 363 Krisen werden 28 als hochgewaltsame Konflikte und sechs davon als Kriege eingestuft, drei weniger als 2009. Der Rückgang ist jedoch kein Grund für Optimismus.

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 (© HIIK )

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2009 zählte das Heidelberger Institut für Internationale Konfliktforschung insgesamt 33 schwere Konflikte und davon neun Kriege, 2008 waren es 39. In Pakistan habe der Krieg gegen die Taliban in diesem Jahr etwa 6.800 Menschenleben gefordert und damit über 2.000 mehr als im vergangenen Jahr. In Kampfhandlungen zwischen Taliban und der afghanischen Regierung seien über 1.200 Zivilisten sowie fast 700 Soldaten der internationalen Truppen gestorben. Dies sei die höchste internationale Opferzahl seit Beginn des US-amerikanischen Einsatzes in Afghanistan 2001. Im Irak hingegen seien bei Anschlägen durch militante sunnitische Gruppierungen mehr als 3.000 Menschen ums Leben gekommen.

Bei Auseinandersetzungen zwischen militanten islamistischen Gruppierungen und der somalischen Regierung starben den Forschern zufolge in Mogadischu zwischen Januar und Oktober rund 2.200 Zivilisten. In der sudanesischen Region Darfur wurden allein im Mai etwa 440 Menschen getötet. Die Auseinandersetzungen zwischen Drogenkartellen und der mexikanischen Regierung eskalierten zum ersten Krieg der Region Nord- und Südamerika seit 2003.

Die Welt ist nicht friedlicher geworden
Mit jeweils neun hochgewaltsamen Konflikten sind der Vordere und Mittlere Orient sowie Asien und Afrika südlich der Sahara die meistbetroffenen Regionen der Erde. Dabei stünden die Konflikte in vielfältigen Zusammenhängen miteinander, beispielsweise durch Schmuggel von Waffen, Drogen oder Rohstoffen oder eine transnationale Zusammenarbeit von bewaffneten Gruppierungen.

"Aus dem zahlenmäßigen Rückgang der hochgewaltsamen Krisen kann man deshalb nicht schließen, dass die Welt friedlicher geworden ist", sagte das Vorstandsmitglied des Instituts, Lotta Mayer. Seit 1991 publiziert das Heidelberger Institut jährlich das "Konfliktbarometer" als zusammenfassende Betrachtung des weltweiten gewaltlosen und gewaltsamen Konfliktgeschehens.

( epd / dr )