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29.7.2010

Vereinte Nationen: Recht auf sauberes Wasser wird Menschenrecht

Nicht einklagbar

Weltweit haben rund 880 Millionen Menschen keinen Zugang zu sauberem Wasser. Die UN-Vollversammlung hat nun das Recht auf sauberes Trinkwasser mit großer Mehrheit als ein Menschenrecht anerkannt. Die Entscheidung führt allerdings nicht zu einem einklagbaren Recht. Das Deutsche Institut für Menschenrechte begrüßt den Schritt der UN dennoch.

Bild
  • Sudan: Wassermangel bedroht Leben

    Sudan: Wassermangel bedroht Leben (©gtz)

Audio Beitrag
  • Ein Interview mit Burchard Schlömer (missio-Afrikareferent): Mit dieser Entscheidung können die Hilfswerke arbeiten und Druck aufbauen (29.7.2010)
Links
  • Deutsches Institut für Menschenrechte

Die Direktorin des Deutschen Instituts für Menschenrechte, Beate Rudolf, hat das neue Menschenrecht auf sauberes Wasser als wichtiges Signal begrüßt. Die Entscheidung der Vereinten Nationen, den Anspruch auf sauberes Wasser zum Menschenrecht zu erklären, sei ein wichtiger Zwischenschritt auf dem Weg zur Akzeptanz dieses Rechts durch alle Staaten, sagte Rudolf sagte am Donnerstag im Deutschlandradio Kultur. Die Wasserversorgung sei von grundlegender Bedeutung, denn es gehe um das Überleben von Menschen. Sie dürften nicht länger durch verseuchtes Trinkwasser gefährdet werden und Krankheiten wie Typhus oder Durchfallerkrankungen erleiden.

„Es ist in den vergangenen Jahren die Erkenntnis gewachsen, dass ohne ein Recht auf Wasser, ohne ein Recht auf Sanitärversorgung alle anderen Menschenrechte sich nicht realisieren lassen“, sagte die Menschenrechtsexpertin. „Für die meisten Entwicklungsländer ist die Verwirklichung dieser beiden Rechte notwendig. In weiten Teilen der Welt haben Menschen eben nicht den Zugang zu sauberem Trinkwasser, müssen Wasser aus Flüssen trinken, in die ungeklärt Abwässer aus Latrinen fließen.“ Die Verwirklichung des Rechtes auf Wasser sei deshalb eine Grundbedingung, um diese Länder zu entwickeln.

Zur Privatisierung der Wasserversorgung in vielen Staaten sagte
Rudolf: „Es ist zwar nicht so, dass diese Rechte es verbieten, diese Versorgungsleistungen zu privatisieren. Aber sie verpflichten die Staaten dazu, im Falle der Privatisierung die privaten Unternehmen zu überwachen, um sicherzustellen, dass alle Menschen Zugang zu sauberem und auch bezahlbarem Wasser haben.“ Das neue Menschenrecht auf Wasser kann nach Einschätzung von Rudolf auch dazu beitragen, Wasser-Konflikte zwischen Staaten friedlich zu lösen.




(epd,dr)

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