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26.2.2010

Ausstellung von Meissener Porzellan in Köln

Die Erotik des Flohbeins

Glänzend wie Gold und genauso teuer, aber viel weißer: Porzellan des 18. Jahrhunderts aus Meissen. Eine Ausstellung in Köln bietet mit über 300 Ausstellungsstücken einen beeindruckenden Einblick in die barocke Hof- und Gefühlswelt.

 (© Rheinisches Bildarchiv )

(© Rheinisches Bildarchiv)

Zum 300-jährigen Jubiläum der sächsischen Porzellanmanufaktur Meissen werden im Kölner Museum für Angewandte Kunst kostbares Tafelgeschirr, Figuren und Galanterien präsentiert. Die Ausstellung verschafft einen hervorragenden Überblick über die Produktion des „weißen Goldes" im 18. Jahrhundert.

„Der Begriff 'weißes Gold' ist sehr passend, weil man Unmengen für Porzellan ausgab. Es war das Luxusprodukt des 18. Jahrhundert", erläutert Patricia Brattig, die Kuratorin der Ausstellung. Die Kunst der Porzellanmaler war es, nicht nur allerfeinste Blumen und Tiere aufzumalen, sondern sich auch für den richtigen Farbton zu entscheiden, denn nur aus Erfahrung konnte man damals wissen, wie die Farben nach dem Brand aussehen würden.

Zu den ausgestellten Galanterien gehört neben aufwendig bemalten Schnupftabakdosen und Riechfläschchen auch ein Flohbein: eine Dose in der Form eines rosa bestrumpften Damenbeins. Der aufgemalte Floh diente eher als Ausrede: Porzellanpreziosen wurden im Barock auch für Kavaliere gefertigt.

Außer sich küssenden Schäfer- und Chinesenpaaren wurden auch gerne exotische Tiere als Luxusgüter geformt. In der Ausstellung befinden sich deshalb zwei Elefantenplastiken deren Anatomie die damalige Exotik dieser Tiere für Europäer wiedergibt: Mit geradezu menschlichen Ohren und Löwenpfoten sind sie nur durch ihren Rüssel und Umfang als Elefanten zu erkennen.

Die Ausstellung läuft bis zum 25. April. Führungen finden jeweils mittwochs um 11.00 Uhr, donnerstags um 18.00 Uhr und samstags und sonntags um 14.30 Uhr statt.

( dr )