17.9.2008
Lefebvre-Anhänger erhalten Schlüssel für Eifel-Kloster
Priesterbruderschaft expandiert
An der Übergabe nehmen laut Angaben Vertreter des Rheinischen Amts für Denkmalpflege und des Referats Baudenkmalschutz und Baudenkmalpflege des Landes Nordrhein-Westfalen teil. Die Gemeinschaft hatte das ehemalige Prämonstratenser-Kloster Ende vergangenen Jahres erworben.
Die Priesterbruderschaft kündigte die Gründung eines «der Tradition der Kirche verpflichteten neuen Benediktinerklosters im inzwischen neuheidnischen Deutschland» an. Laut Angaben sollen 25 Mitglieder der Priesterbruderschaft voraussichtlich ab 2010 hier leben. Bis dahin werde die Anlage für mehrere Millionen Euro restauriert und erweitert. Zur Schlüsselübergabe sollen am Montag Brüder aus dem Mutterhaus im französischen Bellaigue zum rund 30 Kilometer südlich von Aachen gelegenen Gut Reichenau reisen.
Die Diözese Aachen hatte bereits beim Erwerb Kritik geübt.
Katholiken sollten wissen, «dass die Mönche keine offiziellen Angebote der römisch-katholischen Kirche machen», so Bistumssprecher Franz Kretschmann. Wenn man etwa ein Kind von den Brüdern taufen lasse, erfolge kein Eintrag ins Pfarrregister. Seit Bekanntwerden der Pläne hatte es auch zahlreiche Proteste von Katholiken in der Region gegeben. Die «Priesterbruderschaft St. Pius X.» war 1970 durch den später durch Rom exkommunizierten Traditionalisten-Erzbischof Marcel Lefebvre (1905-1991) gegründet worden.