Islamunterricht | Nachrichten - domradio.de

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18.3.2008

Islamunterricht

"Weltanschauungskunde" statt "Religionsunterricht" Die nun von vielen Personen vorgeschlagene "Islamkunde" anstelle von "Islamunterricht" hat zweifellos sehr große Vorteile. Denn nur dann würden die Schüler objektiv - auf religionswissenschaftlicher Basis - über die verschiedenen Ausprägungen des Islam aufgeklärt. Aber diese "Islamkunde" kann sinnvoller und gerechter Weise nur ein Teil eines allgemeinen Faches "Weltanschauungskunde" sein, der für alle Schüler verbindlich sein sollte. In diesem Fach würden sowohl über die wesentlichen religiösen wie nichtreligiösen Weltanschauungen objektiv informiert, ihre Gemeinsamkeiten und Unterschiede verdeutlicht. Und in Verbindung mit einem an den Menschenrechten orientierten allgemeinen Werte-Unterricht könnte Toleranz gegenüber jeglicher Weltanschauung geübt werden. Nur so wäre ein friedliches Miteinander unterschiedlicher weltanschaulicher Richtungen möglich. Hierbei stellt natürlich der leider noch immer bestehende Absolutheitsanspruch der drei monotheistischen Religionen Islam, Christen- und Judentum ein Riesenhindernis dar; diejenigen Staaten, die sich zum Einhalten der Menschenrechte verpflichtet haben, sollten zusammen alles tun, um die Führer jener drei Religionen zu bewegen, auf ihre menschenrechtswidrigen und Kriegs fördernden Ansprüche zu verzichten (Absolutheitsanspruch beinhaltet den Anspruch, die allein wahre und gültige Religion zu sein und als solche anerkannt zu werden). Konfessionsunterricht an öffentlichen Schulen - egal welcher Weltanschauung - ist eindeutig menschenrechtswidrig, da es sehr wenige einzelne Weltanschauungen extrem bevorzugt und die vielen anderen massiv benachteiligt. Daher darf solch ein Unterricht nur außerhalb der Schulen - jedoch unter staatlicher Kontrolle - auf freiwilliger Basis angeboten werden. Deutschland nennt sich einen "weltanschauungsneutralen Staat" - das sollte nun endlich Wirklichkeit werden, besonders im Schulbereich!