7.3.2008
Kirchen starten «Woche für das Leben» zur Gesundheitsdebatte
Warnung vor Ausgrenzung Kranker
Es dürfe nicht dazu kommen, dass «nur der Gesunde der allein gesellschaftlich akzeptierte Mensch ist» und Kranke, Behinderte und Gebrechliche sich rechtfertigen müssten, meinte Zollitsch, der neue Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz. Huber, Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland, mahnte eine gerechte Verteilung bei der Gesundheitsversorgung an.
Die beiden Bischöfe äußerten zugleich Respekt für das Niveau der Gesundheitsvorsorge in Deutschland. Zum Menschsein gehörten aber auch Gebrechlichkeit, die stete Gefährdung der körperlichen und geistigen Stabilität oder die Abhängigkeit vom Mitmenschen. Das müssten Politik und Gesellschaft im Blick behalten. Die von Bischofskonferenz und EKD ausgerichtete Woche für das Leben soll sich auch in den kommenden drei Jahren mit Fragen der Menschenwürde im Kontext der Gesundheitspolitik befassen.
Stichwort: Woche für das Leben
Die jährliche «Woche für das Leben» ist eine gemeinsame Initiative der katholischen und der evangelischen Kirche in Deutschland. Mit ihr wollen die Kirchen zur Bewusstseinsbildung für den Wert und die Würde menschlichen Lebens beitragen. In diesem Jahr steht die ökumenische Aktion unter dem Leitwort «Gesundheit - höchstes Gut?». Sie will damit die umfassende Wertschätzung des Lebens thematisieren. Vom 5. bis 12. April sind bundesweit zahlreiche Aktionen und Veranstaltungen in Kirchengemeinden und kirchlichen Einrichtungen vorgesehen.
Die Aktion wurde 1991 von der Deutschen Bischofskonferenz und vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) begründet. 1994 schloss sich die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) an. Frühere Themen waren etwa der Schutz des ungeborenen Lebens, das Leben im Alter, die Situation von Familien und die menschenwürdige Pflege.