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Nachrichten-Ticker

15.2.2008

„Wer Gott nicht kennt, der braucht ihn nicht“

Staatsanwalt: Keine strafbaren Inhalte in umstrittenem Kinderbuch

Das umstrittene Kinderbuch „Wo bitte geht's zu Gott, fragte das kleine Ferkel“ enthält nach Auffassung der Staatsanwaltschaft Aschaffenburg keine strafbaren Inhalte. Allerdings sei das Buch ein „perfides Machwerk in der Maske des religiösen Kinderbuchs“, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Ernst Wich-Knoten am Freitag dem epd. Die Staatsanwaltschaft hatte das Buch auf Antrag der katholischen Diözese Rottenburg-Stuttgart strafrechtlich geprüft. Kritiker halten das Buch für blasphemisch.

Die Entscheidung der Staatsanwaltschaft sei zu respektieren, sagte Diözesan-Pressesprecher Thomas Broch. Die Diözese habe mit der Bitte um Prüfung ein deutliches Zeichen setzen wollen, „dass die Inhalte des Buches nicht hinzunehmen sind.“

Der 36-Seiten-Band von Autor Michael Schmidt-Salomon und Zeichner Helge Nynke ist im Alibri Verlag (Aschaffenburg) erschienen. Derzeit untersucht die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften, ob das Buch indiziert wird. Am 6. März soll ein Gremium, dem auch Vertreter der Kirche, der Jugendhilfe und Autoren angehören, über eine mögliche Indizierung entscheiden.

Auch die Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (Berlin) befürwortet die Überprüfung des Buches. Es mache die monotheistischen Religionen lächerlich und verletze religiöse Orientierungen und Gefühle, sagte Zentralstellen-Leiter Reinhard Hempelmann dem epd.

Der Zentralrat der Juden in Deutschland hatte sich ebenfalls für eine Indizierung des Kinderbuchs ausgesprochen. Das Buch sei „militant atheistisch“ und ein „klarer Missbrauch“ der Kunst- und Meinungsfreiheit, sagte Zentralrats-Generalsekretär Stephan Kramer.

(epd)

Kommentare

F.J.Rach schreibt:

31.1.2008, 10:49

Als ich volljährig war, betrachtete ich es oft als eine neue Art von "Freiheit", wenn ich eben NICHT mehr jeden Sonntag zum Gottesdienst ging, wozu mich die Eltern stets eifrig angehalten haben. Heute, mit 40 Jahren, nach vielen Aufs und Abs im Leben, nach zweimaligem Überleben einer Krebserkrankung und mit hoffnungsvollem Blick in die Zukunft weiß ich: das Wertvollste, was meine Eltern mir mitgegeben haben, war und ist der Glaube! Denn wenn alle Welt jemanden verläßt, wenn jede irdische Hoffnung ins Leere läuft, dann ist immer noch Halt da, immer noch Licht, immer wieder neue Kraft. Natürlich leben wir in einer freizügigen und säkularen Gesellschaft, aber alle Eltern sollten sich ihrer Verantwortung den Kindern gegenüber bewußt sein. Kinder NICHT im Glauben zu erziehen ist ganz klar eine Option, aber mit Sicherheit wird diesen Kindern späterhin immer etwas wichtiges fehlen.


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