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25.12.2009

Bischöfe zum Advent und zu Weihnachten: Bischof Friedhelm Hofmann, Bistum Würzburg

Das Fatschenkind

Willkommen in der Würzburger Neumünster-Kirche. Dieses Gotteshaus birgt nicht nur die Gebeine der Frankenapostel Kilian, Kolonat und Totnan, sondern hat auch eine, wenn auch bescheidene, Sehenswürdigkeit in diesem Altar. Nach langjähriger Renovierungsphase wurde dieses Gotteshaus am Fest des Heiligen Johannes des Täufers, am 24. Juni dieses Jahres wiedereröffnet und eingeweiht.

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Bischöfe im Advent und an Weihnachten: Bischof Friedhelm Hofmann, Bistum Würzburg
 (© Bistum )

(© Bistum)

Johannes hat auf Christus hingewiesen. Er hat gesagt: "Seht das Lamm Gottes, das hinweg nimmt die Sünde der Welt." In diesem Rokkoko-Schrein bergen wir ein Fatschenkind, das auf Jesus, den neugeborenen Gottessohn verweist. Die Tradition des Fatschenkindes geht bis in die frühe christliche Zeit zurück. Man hat dort die Kinder gewickelt, weil man glaubte, dass sie dadurch bessere Gliedmaße bekämen.

Diese Tradition hat sich erhalten und im Mittelalter wurde es üblich, dass man ein Fatschenkind in den Klöstern zum Mal verehrte, es herundreichte, dabei Wiegenlieder sang, zum Beispiel das wunderschöne Lied "Josef, lieber Josef mein, hilf mir wiegen mein Kindelein" geht auf diese Tradition zurück. Man hat dort um dieses Kind herum auch getanzt und gesungen und sich gefreut, dass der unsichtbare, ewige allmächtige Gott in diesem unscheinbaren kleinen Kind Mensch geworden ist. Und unser Fatschenkind, das in einem Rokkoko-Schrein liegt, stammt von 1760. Sie sehen oben in der Kartusche dieses Schreins das Jerusalemer Kreuz. Das zeigt, man hat dieses gewickelte Fatschenkind in Jerusalem auf den Geburtsstern Jesu Christi gelegt. Damit kommt gleichsam der Neugeborene hier in die Neumünster-Kirche nach Würzburg. Und ich wünsche Ihnen allen, dass Christus in Ihnen wiedergeboren wird und Sie so eine frohe, fröhliche Weihnacht feiern.